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Libertäre Rundschau

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Kurt Kowalsky:

Massenvergewaltigung!

Über hilflose Menschen und die Strategien des Missbrauchs

FlüchtlingsproblematikHeute, dem xten Tag seit dem 24. Mai 1949, lese ich in der FAZ, dass die Flüchtlingsproblematik nur deshalb ein Problem darstellt, weil die Leute in dieser Angelegenheit nicht mitreden durften.

Potzblitz, wenn solche messerscharfen Analysen nicht auf sofortiges, zustimmendes Gemurmel stoßen, weiß ich nicht, was noch Wert wäre, gemurmelt zu werden.

 

Ich vermute, liebe bedrohte Leserinnen, liebe hilflose Männer, mitreden würden Sie auch gerne wollen.

Aber bevor nun alle mitmurmeln, möchte ich gerne den problematischen Begriff »Flüchtlingsproblematik« untersuchen. Sonst murmelt einer noch an der falschen Stelle, und das ist, wie das Klatschen zwischen den Sätzen im Konzert, recht peinlich.

Das zusammengesetzte Substantiv »Flüchtlingsproblematik« ist wie so manches Kompositum missverständlich. Der Begriff beschreibt nicht problematische Flüchtlinge, sondern die Gesamtheit aller Probleme, welche sich aus der Situation ergibt, dass fremde Menschen von Griechenland oder der Türkei über den Balkan hier her gewandert sind. Es gibt also so etwas wie eine Wanderungsproblematik. Und von Flucht im Sinne des raschen Entkommens vor einer Gefahr, kann bei marokkanischen Taschendieben und anderem Gesindel nur dann die Rede sein, werden sie von der dortigen Polizei verfolgt. Diesbezüglich ist man allerdings in Deutschland vor Verfolgung dann sicher.

Während also das Gesindel keine Probleme mehr hat, hat der überwiegende Rest der hergewanderten Menschen vermutlich große. Wie dem auch sei, unter dem Begriff »Flüchtlingsproblematik« können die Probleme der Flüchtlinge ebenfalls nicht subsumiert werden. (Interessiert ja auch niemand.)

Und da der Deutsche an sich bei der gesamten Problematik nicht mitreden durfte, könnte man unter dem Begriff »Flüchtlingsproblematik« das verstehen, was ich üblicherweise Massenvergewaltigung nenne.

Nein, liebe ausländische Leser der NSA, aus China, Japan und den Fidschiinseln, es geht nicht um »the rape of one person by a group«, sondern um die Vergewaltigung eines ganzen Volkes durch eine kleine Gruppe. Und nein, liebe Verfassungsschützer und Polizeispitzel, ich meine nicht, dass die große Gruppe Flüchtlinge, das deutsche Volk vergewaltigt hätte - Gott bewahre.

Vergewaltigen tut sich das deutsche Volk gegenseitig, in dem es einer kleinen Gruppe parasitärer Dummschwätzer die Macht verleiht, entsprechend den Vorgaben des Artikels 20 (2) Grundgesetz seinen angeblichen Willen zu vollziehen, zu richten und zu herrschen.

Es ist jetzt aber nicht unbedingt notwendig, das ganze Zeugs im Grundgesetz durchzulesen. Hat man doch im Alltag bereits genug zu tun, die ganzen Rauchverbotsschilder zu lesen. Schon vergessen? Da war die Welt noch in Ordnung. Der freie Bürger fickte den rauchenden Nachbarn und den Gastwirt um die Ecke, atmete tief durch und dankte den Göttern für die Exekution seines demokratischen Willens.

Jetzt, da die imaginären fremden Wanderer durch die imaginären Vorgärten in Richtung Kölner Hauptbahnhof flüchten, fühlt sich das völlig anders an.

»Es ging so weit«, formulierte der Publizist Karl Heinz Bohrer in seinem Buch Granatsplitter in einem anderen Zusammenhang, »dass die Begierde der Götter nach Menschenfrauen oder weiblichen Wesen jeder Art eigentlich immer auf Vergewaltigung hinauslief.«

Und da von Bohrer auch der Begriff »Gutmensch«, sowie die Formulierung im Fußballspiel »Aus der Tiefe des Raumes« stammt, möchte ich die Formulierungen wie folgt zusammenfassen: »Aus der Tiefe des Raumes, verfolgten die Gutmenschen begierig ihrer Obsession der uneingeschränkten Hilfe für die Welt und die intergalaktische Nachbarschaft bis hinaus zum Andromedanebel, was auf eine Vergewaltigung der Restbevölkerung hinauslief.«

Liebe weibliche und männliche Wesen der herrschenden Vergewaltigungskultur!

Was ich eigentlich sagen wollte, war dies. Im Demokratismus, der sich seit dem besagten 24. Mai 1949 durch das Grundgesetz selbst legitimierte, konnten die Menschen noch nie mitreden. Wer also schreibt, dass die Flüchtlingsproblematik dadurch entstanden sei, dass die Leute nicht mitreden konnten, möchte in alter Politikklempnerlogik suggerieren, dass speziell in diesem Fall, die Regierung irgendeine demokratische Regel missachtet hätte.

Hat sie nicht! Denn es gibt keine derartige Regel. Nicht im Grundgesetz, noch in der viel gerühmten Schweizer Verfassung. Es wird sie auch nie geben, weil es dann vorbei wäre, mit der Herrlichkeit der repräsentativen Allmacht, mit der Kontinuität des Diktats und der Penetranz der Volksverdummung. Was unter Mitreden verstanden wird, ist irgendwelches Geschwätz, welches an den (meist virtuellen) Stammtischen so sinn- wie wirkungslos die administrativen Entscheidungen begleitet.

Auch die politische Wahl ist kein Mitreden. Oder welche Massenvergewaltigung hatte seit 1949 je zur Wahl gestanden? Nato? EU? Euro? Staatsverschuldung? Zwangsversicherung? Rundfunkabgabe? Steuererhöhung?

Es gibt genügend Leute in Deutschland, welche aus humanitären Gründen der Auffassung sind, dass Kriegsflüchtlinge in Deutschland aufgenommen werden. Das ist genauso irrelevant, wie jede pauschale Verächtlichmachung, jede Beschimpfung und Diskriminierung dieser Fremden. Denn beide Perspektiven sind Strategien des Missbrauchs. Die Internetforen spiegeln es wieder: moralisch investiert, bezichtigt man das jeweils andere Lager der üblen Machenschaft. Und beide Lager rüsten mit Hilfe entsprechender politischer Claqueure, Intellektueller und Journalisten auf. Allzeit bereit, mit Hilfe der Machthaber dem gegnerischen Lager ihren Willen aufzuzwängen, es also zu vergewaltigen.

Würden sich Teile des Volkes gegen die politische Vergewaltigung zur Wehr setzen, wäre das übrigens ein Verstoß gegen die verfassungsgemäße Ordnung. Aus Art. 2 des Grundgesetzes geht konkludent hervor, dass dann Schluss wäre, mit der freien Entfaltung der Persönlichkeit oder dem Recht auf körperliche Unversehrtheit. Jeder organisierte Widerstand kratzte an den edlen Kutten der Machthaber, und ihre wahre humanitäre Gesinnung käme zum Vorschein. Schädel lassen sich nämlich besonders gut spalten, hat man sie zuvor als Nazis kategorisiert. Divide et impera!

In den 60er Jahren wurden die Söhne katholischer Eltern kurzerhand enterbt, beabsichtigten sie, ein Mädchen protestantischen Glaubens zu ehelichen. »Der Irrsinn ist bei einzelnen etwas Seltenes - aber bei Gruppen, Parteien, Völkern, Zeiten die Regel«, so Friedrich Nietzsche.

Niemand sollte hoffen, dass Menschen, welche sich auf der Flucht befinden, ihren Irrsinn zu Hause lassen. Was der mitwandernde Trash nicht weiß, aber sehr schnell erfahren wird, ist die Tatsache, dass er auf eine apathisch, bizarr hilflose Bevölkerung trifft. Der Staat, so hört man, hat die Bürger entwaffnet. Ja, das stimmt. Tut aber nichts zur Sache, wenn es darum geht, einem halbwüchsigen Idioten, unabhängig seiner Nationalität und Hautfarbe, eines auf seine dreckige Fresse zu schlagen.

Ich bin wohl kein Jude, doch es drängt mich geradezu, mir morgen eine Kippa aufzusetzen, mein Auto stehen zu lassen und etwas U-Bahn zu fahren.

Oh sag, kannst du sehen, bei des Morgens frühen Lichtes, was so stolz wir bejubelten bei der Dämmerung letztem Schimmer. Und durch das Land der Freien und dem Heim der Tapferen, wird bald eine andere Sau getrieben.

Genug der Lyrik. Achten Sie auf Ihr Handgepäck, Ihren Vorgarten und meiden Sie Politiker jeder Couleur. Erwachen Sie aus Ihrer Hilflosigkeit. Reden Sie nicht mit Fremden, es könnten Menschen oder amerikanische Besatzungssoldaten darunter sein.



Erstellt am 01.02.2016,  Alle Rechte beim Autor.
 
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