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Libertäre Rundschau

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Das Stockholm – Syndrom

Wenn sich die Bestohlenen nicht mehr als Opfer fühlen.

Das Stockholm-SyndromIn der Regel bezeichnet das Stockholm-Syndrom ein positives emotionales Verhältnis, welches ein Opfer gegenüber seinem Entführer aufbaut. 

Ich gehe einen Schritt weiter und zähle dazu auch die Empathie, die ein Steuerzahler gegenüber dem Staat, also das Opfer gegenüber dem Räuber, aufbaut.

Zunächst einmal ist es wichtig zu verstehen, dass Steuererhebung nichts anderes als Diebstahl ist. Das was der Staat macht, ist jedem von uns verboten. Gehen Sie einmal zu Ihrem Nachbarn, erklären ihm, sie wollen einen privaten Kindergarten bauen und benötigen dazu Geld. Wenn er ihnen jetzt welches gibt, dann ist dies soweit in Ordnung, denn er tut es freiwillig. Unschön wird es, wenn der Nachbar sich weigert und Sie nun mit Gewalt drohen bzw. Gewalt anwenden. Ab jetzt sind Sie ein Räuber und werden bestraft. Und das ist auch gut so.

Jedoch sollte ein Jeder erkennen, dass der Staat nicht anders vorgeht. Er sagt nicht was er gerne machen möchte und bittet um konkrete Unterstützung, sondern er beraubt die Bürger unter Androhung von Gewalt Monat für Monat, Jahr für Jahr. Mittlerweile kann man es in jeder Tageszeitung lesen, dass der Deutsche mehr als sechs Monate für den Staat arbeitet. Radiomoderatoren machen sich seit mehreren Jahren den Spaß, Anfang/Mitte Juli zu verkünden, dass ein Jeder jetzt für seinen eigenen Geldbeutel arbeitet.

Wenn also Diebstahl und Raub auf individueller Ebene unmoralisch sind, dann können sie auf kollektiver Ebene nicht plötzlich moralisch werden.

Wenn Vergewaltigung unmoralisch ist, dann bleibt sie auch unmoralisch, wenn eine Mehrheit beschließt, dass ein jeder Ortsvorsteher oder Bürgermeister das Recht der ersten Nacht bei einer frisch Vermählten hat. Eine unmoralische Tat bleibt eine unmoralische Tat, egal, ob sie ein Einzelner begeht oder sie sich auf den Zuspruch einer breiten Masse stützen kann.

Jahrzehnte bzw. Jahrhunderte staatlicher Indoktrination haben aber bewirkt, dass sich die Bestohlenen nicht mehr als Opfer fühlen. Mehr noch, sie zeigen sogar Empathie für den Staat und erkennen sein räuberisches Wesen nicht.

Obwohl bei der kollektiven Forderung nach Steuern der gleiche Modus Operandi, wie bei einer individuellen Raubtat zu erkennen ist, sehen die Menschen Steuern als »ihren Beitrag« zur Bildung eines Gemeinwesens und damit verbunden zur Zahlung des Bildungswesens, der Sicherheit etc..

Nach dieser Logik gebe ich dem Räuber nachts im Park mein Geld und sehe es als meinen Beitrag, dass seine Kinder zur Schule gehen können, seine Frau mal einen ordentlichen Klunker geschenkt bekommt usw...

Nicht nur dass diese Argumentation zutiefst unlogisch ist, sie ist zudem auch noch ungerecht. Warum sollte jemand für die Bildung eines Kindes zahlen, dessen Eltern aufgrund ihres Einkommens überdurchschnittlich gut situiert sind? Warum sollte jemand für Sicherheit zahlen, obwohl der Dienstleister nie da ist, wenn man ihn braucht?

Ich habe großes Verständnis für altruistische Ideen. Mehr noch, Uneigennützigkeit und Selbstlosigkeit sind für eine Gesellschaft sehr wichtig. Die Menschen schöpfen nämlich aus altruistischem Handeln, Anerkennung und Selbstwert. So etwas geschieht jedoch heute schon hunderttausendfach privat organisiert. Wer es nicht glaubt, sollte mal einen Blick in die Vereinsregister wagen, um zu erkennen, wie viele Bürger sich privat in Vereinen organisieren, um anderen Menschen zu helfen. 

Jedoch sollte man nicht glauben, dass der Räuber Staat etwas ähnliches effektiv organisieren könnte. Das Gegenteil ist der Fall. Denn es kommt zur Ressourcenverschwendung und zum Aufbau einer »Verschwendungsindustrie«, in der Menschen am Elend anderer Menschen verdienen. Wenn man die Ausgaben für soziale Hilfe der Zahl der Bedürftigen gegenüberstellt und von einer Direktzahlung ausgeht, dann kommt hier jeder Bedürftige auf einen monatlichen Nettobetrag von knapp 6.000 €.

Selbstredend jedoch nicht in der Realität, was eindeutig zeigt, wie viele Menschen offensichtlich an einem einzigen Bedürftigen verdienen. Die staatliche Verwaltung des Elends kostet ein Vielfaches der Hilfe, die tatsächlich ankommt.

Es ist wohl mehr als nachvollziehbar, dass man mit gestohlenem Geld, also Steuern, nicht verantwortungsbewusst umgeht. Die Mittel wurden schon unmoralisch erlangt, also warum sollten sie jetzt moralisch einwandfrei eingesetzt werden? Es hat sich wohl noch nie ein Räuber gegenüber einem Opfer gerechtfertigt, was er wie mit der Kohle anstellt. Warum auch? Das Opfer hat ja schließlich keinen Einfluss mehr drauf. Daher ist es auch regelmäßig vorhersehbar, wenn Projekte wie Stuttgart 21 oder der Flughafen BER mehr Geld kosten als veranschlagt.

Ganz anders im privaten Bereich. Wenn man sich für die Renovierung einer Schule finanziell einsetzt, dann macht man das in der Regel nur dann, wenn das Geld nicht zweckentfremdet eingesetzt wird. Die, die mit dem freiwillig gegebenen Geld arbeiten, sind gegenüber den Gebern rechenschaftspflichtig. Ein unverantwortlicher Umgang mit den Spenden würde zum Versiegen der Geldquelle und zum Rückgang der Spendenbereitschaft führen.

Das kann denen, die mit Steuergeld arbeiten natürlich nicht passieren.

Der Staat ist kein produktives Unternehmen und verfügt somit nicht über eigenes Geld. Jeden Euro, den er ausgibt, muss er vorher jemanden wegnehmen. Wegnahme impliziert immer Unfreiwilligkeit und lässt sich in letzter Konsequenz immer nur mit Zwang und Gewalt durchsetzen. Damit ist sie unmoralisch.

Jede Leistung, die der Staat anbietet, kann viel effektiver und ressourcenschonender von einem freien Markt angeboten werden. Mehr noch, selbst der unmoralischste Mensch müsste am freien Markt moralisch agieren, da er sonst von seinen Kunden abgestraft wird und er sich somit seiner Existenzgrundlage beraubt.

Neben einer freiwilligen Interaktion der Menschen, führt ein freier Markt dazu, dass die Gelder zielorientiert und bedürfnisgerecht eingesetzt werden. Niemand würde sich wahrscheinlich mit seinem hart erarbeiteten Geld an Kriegen oder irgendwelchen Bankenrettungen beteiligen, so wie es der Räuber Staat mit seiner Beute macht.

Dieses nicht zu erkennen, sondern im Gegenteil, Diebstahl als die Grundlage des gesellschaftlichen Zusammenlebens für notwendig zu erachten, zeugt von einem ausgeprägten Stockholm – Syndrom. Ja, die Räuber haben uns schon viel zu lange in ihrer Gewalt.

Nun ist dieser Artikel kein Aufruf zum Steuerhinterziehen. Dieser Artikel dient eher dazu, dem Staat die Maske der Wohltätigkeit vom Gesicht zu reißen, denn die Belange der Bürger interessieren ihn maximal dann, wenn er damit seine Macht ausbauen kann.

Ich gehe nicht mehr wählen!

Ich persönlich möchte nämlich auch bei einem Überfall in einem Restaurant nicht wählen, ob der große Starke mit der Skimaske oder der kleine Dicke, welcher süffisant durch den Damenstrumpf lächelt, mir das Geld aus dem Portemonnaie zieht. Denn letztendlich wird die Tat nicht dadurch moralischer, dass ich bestimmen kann, wer mir die Hand in die Tasche steckt.


Weiterführender Artikel zu Wahlen: "Durch den Parlamentarismus zur Freiheit?"

Ausweg Volksabstimmung?

 
Erstellt am 20.03.2013, aktualisiert am 09.05.2015; alle Rechte beim Verfasser.  
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