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Libertäre Rundschau

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Kurt Kowalsky:

Volksschädling Raucher – Teil II

Volksschädling RaucherIm ersten Teil dieser Abhandlung wird dargelegt, wie der Aberglaube der Religionen mit der Wahnvorstellung des heutigen Gesundheitsbewusstseins substituiert wurde. Raucher werden als Schädlinge bekämpft. Die Mittel dazu bildet eine willkürliche Gesetzgebung. Teil II: Obwohl viele Raucher ohne Rücksicht alles verpesten (wenn man ihnen nicht Einhalt gebietet), sind Medienzensur, Verbannung der Zigarette aus den Filmen und die manipulative Darstellung der Statistiken Vorzeichen eines weltweiten Krieges gegen die Raucher. Dabei geht es nicht um den Schutz unbeteiligter Personen vor Tabakrauch, sondern um die Vernichtung der rauchenden Personen. Ziel ist eine »giftfreie«, politisch korrekte Kloake, indem die dressierten Untertanen nach dem Willen der Machthaber funktionieren.

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Wer länger lebt, wird ausradiert!

Bei Rauchern gibt es ein Problem, das die Aktivisten in den USA schon lange erkannt haben. Man trifft auf eine Vielzahl von starken Rauchern, die eigentlich schon lange tot sein müssten. Sind doch die Warnhinweise auf den Zigarettenpackungen eindeutig: »Raucher sterben früher!«

Jeder Hauptschüler bekäme auf eine derartige Aussage wohl den Vermerk in die Klassenarbeit »früher als? Ausdruck mangelhaft!«, doch derartige Kleinigkeiten kümmert die Machthaber herzlich wenig. Dem Otto Normaldummkopf (Singular von Volk) soll wie im Wahlkampf lediglich etwas vorgelallt werden. Ob er »früher stirbt« vor Gram über den geschriebenen Unsinn oder früher als eine weiße Maus im Versuchslabor oder früher, als irgendwer stirbt, überspielt sich, kommunizieren Volksaufklärer mit ihren Zwangsverpflichteten.  Eine relative Mehrheit des legasthenischen Plebs hat beschlossen, ihn als Raucher zu verwarnen, dann zu ächten, um ihn anschließend ausgrenzen zu können.

Um das Problem der alten Raucher zu vertuschen, haben große Teile der amerikanischen Filmindustrie auf sanften Druck der Subventionsgeber, der Finanziers und der aktivistischen Öffentlichkeit dem diesbezüglichen Zensurverlangen nachgegeben. Und so werden tatsächlich monumentale Schinken über die Zeit der Prohibition abgedreht, in denen – wenn überhaupt – gerade noch der Bandenboss eine einzige Zigarre rauchen darf.

Filme, Geschichten als Auseinandersetzung mit dem sozialen Leben, werden also von der »todbringenden« Zigarette gesäubert, während im selben Film ein Mafiakiller mit unsäglicher Brutalität seinem Opfer die Gedärme aus dem Leib tritt, dessen Augen aus den Höhlen hervortreten und schwarzrotes Blut in die übrige schwammige Masse sickert, die man nur deshalb als Gesicht wahrnimmt, weil aus ihr eine geschwollene Zunge herausquillt.

Schöne neue Welt! Eine Zigarette im Film führt zu einem Shitstrom an Protestschreiben, während jede Brutalität, jedes Schlachten, Hauen und Stechen als willkommene Abwechslung im tristen, aber politisch korrekten Alltag angesehen wird.

Genau so hatte auch Joseph Goebbels die jüdischen Mitbürger von der Leinwand verbannt, aber im Übrigen vor keiner Grausamkeit zurückgeschreckt.

Und natürlich kennt jeder die Bilder, auf denen US-amerikanische Hubschrauberbesatzungen irgendwelche Leute abknallen. Das ist jetzt außerhalb der Fiktion. Das Abknallen von realen Zivilisten und Kindern soll wohl unserer Jugend verständlich machen, dass man so für die Freiheit kämpft.

Nein, ich möchte hier kein Urteil über die derzeitigen Kriege abgeben. Ich hoffe auch nicht, dass das amerikanische Militär sich bei Grausamkeiten im Krieg besonders hervortut. Aber Krieg ist natürlich in erster Linie nur möglich, wenn man die Macht und die Herrschaft an eine zentrale Organisation abgibt, die gleichzeitig auch Einfluss auf die Informationen hat.

So ist das bei Staaten und je mächtiger der Staat, desto größer die Gefahr, dass man dem darin lebenden Staatsvolk vorgaukelt, ein bewaffneter Angriffskrieg wäre alternativlos. Selbstverständlich! Jede politische Absurdität der letzten zwanzig Jahre galt bisher als alternativlos.

Die Schädlichkeit des Passivtrinkens. Und während auch im deutschen Fernsehen zunehmend weniger rauchen, wird noch gesoffen und, wie eingangs erwähnt, immer mal wieder der Mutti auf das dumme Maul geschlagen. Die Misshandlung von Frauen ist weltweit tatsächlich ein gravierendes Problem. In Russland geht die Zahl der Russinnen, die von ihren Ehemännern im Suff erschlagen werden, in die Tausende. Jeder Streifenpolizist in Deutschland hat regelmäßig Einsätze, bei denen häusliche Gewalt infolge Alkohols der Grund ist. Tabakrauch dagegen macht die Menschen ruhig, ist sozial verträglich und keine Frau auf dieser Welt musste ins Frauenhaus ziehen, weil Tabak unzurechnungsfähig macht. Auch die zahlreichen Toten, welche von betrunkenen Autofahrern verursacht wurden, haben mit dem Rauchen von Tabak nichts gemein. Soziale Verwahrlosung, Obdachlosigkeit, häusliche Gewalt gegen Frauen und Kinder, Unfälle usw. werden nicht von Tabakrauchern induziert, sondern von Säufern. Die Gefährdung eines Kindes durch Tabakrauch ist gegen die Verletzung durch Misshandlungen betrunkener Väter oder auch Mütter geradezu lächerlich. Jeder Erwachsene, der dies in seiner Kindheit erfahren musste, wird an dieser Stelle nicht widersprechen können.

Aber die Schädlichkeit des Passivtrinkens darf nur schwach thematisiert werden, denn Alkoholabusus und die Zerrüttung der Ehe und Familie sind für Politiker aller Parteien nicht Ausnahme, sondern Regel.

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Nun fordere ich hier kein Substitut und möchte Warnhinweise auf den Bierflaschen. Ich mache nur die Verhältnismäßigkeit deutlich, mit der man auf potenzielle Gesundheitsrisiken durch Tabakwaren aufmerksam macht, während überall (die USA sind wie stets ganz vorn) Hauen und Stechen an der Tagesordnung sind. Rauchen wäre wahrscheinlich bereits weltweit verboten, hätte es ähnliche Auswirkung wie die existenzvernichtende Droge Alkohol.

Es sind derzeit die überlebenden Raucher, welche das Missionieren der Gutmenschen und Zwangsverfolgten so stark behindern: Dass der Raucher Johannes Heesters im Alter von 108 Jahren im Dezember 2011 verstorben ist, hat zum Beispiel eindeutig bewiesen, dass er früher starb als irgendwelche nichtrauchenden Galapagos-Riesenschildkröten. 

Bei Altbundeskanzler Schmidt mit seinen  95, Egon Bahr (91), Claudia Cardinale (75), Bud Spencer (85) usw. kann man ebenfalls davon ausgehen. Diese zahlreichen sogenannten Ausnahmen, die immer noch rauchen und nicht sterben, während unsere armen, empfindsamen Kinder bereits bei den ersten Schwaden Tabakrauch angeblich irreparable tödliche Verletzungen erleiden.

Aber natürlich haben die Sieger schon immer die Geschichte aus ihrer Perspektive geschrieben bzw. umgeschrieben. Obwohl die medizinische Heilkunst im 19. Jahrhundert noch lebensgefährlich war, soff, fraß und rauchte Bismarck zum Beispiel exzessiv. Er wurde 83. Tatsächlich fragte mich neulich jemand, woher ich das wisse. Die Geschichten, die er über Bismarck gelesen hatte, waren bereits rauchfrei.

Personen der Zeitgeschichte wie Churchill (90), Wilhelm II. (82), Mussolini, Göring und Ludwig Erhard (80) waren ebenfalls Raucher, denen man in der zukünftigen Geschichtsschreibung das Handwerk legen muss. Dänemark hat meines Wissens mit einer diesbezüglichen Zensur historischer Bilder und Filme bereits begonnen.

Aber die Alten werden sterben und dann sind die Medienbilder frei von rauchenden Prominenten. Die Jüngeren sind nämlich bereits zwangsgetauft und bekennen sich zu allerlei Schwachsinn, nicht aber zum Rauchen.

Zeitwahn der giftfreien Kloake

Es ist nicht der Zeitgeist, sondern der Zeitwahn, der auch diese Republik langsam, aber unaufhörlich in eine giftfreie Kloake verwandelt, in der die Political Correctness die Zunge lähmt. Die Gleichschaltung der Gehirne ist bereits oberstes Prinzip des universitären Betriebes, des modernen Managements, des Finanzwesens und setzt sich fort bis zu den Mitarbeitern der Systemgastronomie.

»Einen Hamburger, bitte. Und sonst nichts!«; »Möchten Sie noch einen Kaffee dazu?« Individualität ist der Feind standardisierter Arbeitsabläufe.

Der im Denken und Handeln uniformierte Mensch ist berechenbar und steuerlich erfassbar. Sowohl die Finanzbehörden wie auch die Ordnungsämter rufen im Internet zur Denunziation auf. Und während im zwangsweise finanzierten Staatsfernsehen regelmäßig das Spitzelsystem des DDR-Staatssicherheitsdienstes angeprangert wird, können die ehemaligen Stasioffiziere nur noch staunen, was im »freien Westen« heute alles möglich ist. Der Parlamentarismus lebt davon, dass man als Machthaber weiß, in welcher manipulierten linken Mitte, rechten Mitte oder liberalen Mitte die 51 Prozent Wählerstimmen abzuschöpfen sind, um das perverse Spiel Rechte-Tasche-linke-Tasche und 40 Prozent für uns, fortsetzen zu können.

Am Rest der rauchenden Bevölkerung soll nun exekutiert werden, was passiert, widersetzt man sich staatlichen Regeln. Auch Soldaten werden durch den Schlamm gescheucht, obwohl dies bei der heutigen Kriegsführung vollkommen irrelevant ist. So wird ihr Gehirn gewaschen, damit später auch der unmenschlichste Befehl ohne nachzudenken ausgeführt wird.

Es gibt von der EU-Administration penibel ausgearbeitete Empfehlungen, auf denen Widerstände von Prominenten gegen die Raucher-Prohibition aufgeführt sind. Wer als Künstler oder Schlagersänger provokativ das Rauchverbot missachtet, soll u. a. von den Fernsehanstalten nicht mehr eingeladen werden und die Presse ist angehalten, seine Auftritte und Tourneepläne zu ignorieren.

Warum man das Volk gleichschalten will, ergibt sich aus dem faschistoiden Ansatz des Wohlfahrtsstaates. Die soziale Umverteilung hat einen miserablen Wirkungsgrad. Dieser wurde in den vergangenen Jahrzehnten über die Staatsverschuldung kompensiert. Irgendwann ist nicht nur in Griechenland oder Spanien Schluss, sondern in der gesamten westlichen Hemisphäre. Dann stellen sich die staatlichen Großzügigkeiten als großer Schwindel heraus. Soziale Unruhen in nie gekanntem Ausmaß sind die Folgen – und spätestens dann muss nicht nur die Polizei entsprechend aufgerüstet sein, sondern die Mehrheit der Bevölkerung muss gelernt haben, bedingungslos zu gehorchen.

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Ach so, ich weiß nicht, ob Ihnen meine Manipulation aufgefallen ist, der oben erwähnte Mussolini wurde im Alter von 61 Jahren aufgeknüpft und Göring vergiftete sich mit 53. Doch derartige Gewalteinwirkungen müssen in der statistischen Auswertung herausgewichtet werden.

Das ist kein Spaß, sondern wird tatsächlich so gemacht. Kein Wunder, dass die veröffentlichten Ergebnisse immer genau zum entsprechenden Missionsplan passen.

Damit bekommt man dann eine Ahnung, wie die heutigen publizierten Antiraucherstatistiken entstehen. Die Ausschläge nach oben (Raucher werden älter als der arithmetische Durchschnitt) werden weitgehend ignoriert und die Ausschläge nach unten (nichtrauchende Personen, die zu früh sterben) ebenfalls. Würde das nicht so gemacht, wäre der Ursache-Wirkung-Zusammenhang (die Kausalität) zwischen Rauchen und verkürzter Lebenserwartung nicht vorhanden oder nur schwach signifikant.

Die medialen Fälscher der einschlägigen Gesundheitsstatistik vermeiden dann auch tunlichst konkrete Vergleiche. Die durchschnittliche Lebenserwartung eines Diabetikers verringert sich nämlich um ca. 11 Jahre, während sich die von Raucherinnen und Rauchern, wenn überhaupt, nur um 1,7 bis 1,9 Jahre reduziert. Während Diabetes eindeutig eingrenzbar ist (ist erkrankt oder eben nicht), greift man je nach statistischer Methode bei Rauchern auf eine im Ungewissen liegende Vergangenheit zurück. Bei sämtlichen aktiven oder ehemaligen Rauchern, welche nicht gerade enthauptet wurden, sondern eines natürlichen Todes starben, wird überwiegend die Kausalität unterstellt, dass die zum Tode führende Erkrankung durch Tabakrauch induziert war. Die einseitige Fragestellung führt bereits zu einer Verzerrung der statistischen Ergebnisse. Denn es wird nicht erfasst, welche Personen die durchschnittliche Lebenserwartung weit übertreffen, obwohl sie bis zu ihrem Tod oder bis kurz zuvor rauchten.

Der Zusammenhang zwischen Übergewicht und Diabetes ist in gleicher Weise gegeben, wie der Zusammenhang zwischen dem Konsum von Alkohol, Bluthochdruck und Übergewicht. Der Fachreport »Food, Nutrition, Physical Activity and the Prevention of Cancer« findet noch nicht einmal eine Geringfügigkeitsgrenze beim Zellgift Alkohol und seinen Auswirkungen bei Tumoren im Mundraum, im Rachen, des Kehlkopfes, der Speiseröhre oder der weiblichen Brust. Das würde heißen, dass bereits geringe Mengen Alkohol diese Tumore verursachen. Das Risiko, an Darmkrebs zu erkranken, steigt angeblich ebenfalls.

Wie dem auch sei. Besteht nun eine Korrelation zwischen Rauchen und Alkoholkonsum, so müsste man die Auswirkungen des Alkohols ebenfalls herausrechnen. Ein Alkohol trinkender und rauchender Diabetiker speist also mindestens drei statistische Berechnungen und stirbt nach mindestens vier unterschiedlichen Wahrscheinlichkeiten. In Wirklichkeit stirbt er jedoch nur einmal. Aber auch dann, gäbe es eine schwache Signifikanz (Die Stichprobe repräsentiert die Wirklichkeit.), bedeutet dies nicht, dass der entsprechende Wirkungszusammenhang erwiesen ist. Lediglich die Wahrscheinlichkeit steigt auf eventuell 85 Prozent an. Das heißt, ungefähr jede sechste derartige Untersuchung ist trotz sorgfältiger wissenschaftlicher Arbeit immer noch falsch. Wir wissen nur nicht, welche, haben keine Zeitmaschine und können die vergangenen 100 Jahre zehnmal durchproben. Doch das sogenannte Konfidenzintervall (das ist der Wert, mit welcher Wahrscheinlichkeit die Stichprobe die Wirklichkeit widerspiegelt) wird bei der Publikation der entsprechenden Statistiken nahezu immer verschwiegen. Dieser Vertrauensbereich liegt nicht selten bei lediglich 50 Prozent. Soll heißen: Jede zweite Studie ist falsch. Doch die eine Studie, die nur durchgeführt wird, genügt vollkommen zur Desinformation.

»Alles Einzelfälle, wie sich überhaupt Leben aus einer Aneinanderreihung von Einzelfällen zusammensetzt.«

Da aber der durchschnittlich gebildete Bürger bis zum medizinischen Akademiker weder etwas von Mittelwertsgewichtung noch von Signifikanz versteht, also nicht weiß, wie Statistik wirklich funktioniert, kann man ihm jeden Monat erzählen, wie die Wahl am nächsten Sonntag ausginge und dass Tabak, Alkohol, Dioxin, Asbest, Blei, Kohlendioxid, fettes Essen und sonst etwas die Lebenserwartung um soundso viele Jahren verkürzten.

Seltsam ist nur, dass fast jeder von hartgesottenen rauchenden »Ausnahmen« in seinem privaten Umfeld erzählen kann und natürlich auch vom plötzlichen Herztod des nichtrauchenden Nonnenschülers. Alles Einzelfälle, wie sich überhaupt Leben aus einer Aneinanderreihung von Einzelfällen zusammensetzt.

Aber man kann natürlich behaupten, dass eine schwache Assoziation zwischen zwei Phänomenen, nicht besagt, dass keine (sic) Kausalität zwischen ihnen existiert. Derartige Wahrheiten täuschen gleich über mehrere Verzerrungen der Wirklichkeit hinweg.

1. Die vermutete Beziehung zwischen Ursache und Wirkung kann beliebig naiv sein. Statistisch lässt sich so auch ohne Weiteres »beweisen«, dass lackierte Fingernägel Frauen im Berufsleben erfolgreich machen. Denn fast sicher lackieren mehr beruflich erfolgreiche Frauen ihre Fingernägel als Arbeiterinnen am Fließband.

2. Der Zeitpunkt, an dem die Wirkung zu erwarten ist, bleibt unbestimmt. Da das erwartete Phänomen beliebig oft außerhalb der Assoziation auftritt, kann die Wirkung zu irgendeinem in der Zukunft liegenden Zeitpunkt frei konstatiert werden. Für eine beliebige Krankheit sind so die Faktoren A, B, C und das Rauchen ursächlich. Für eine andere Krankheit die Faktoren X, Y, Z und das Rauchen ursächlich. Als würde man in einen Eimer mit Gülle spucken und danach wissenschaftlich nachweisen wollen, welch schädliche Auswirkung die Spucke auf das mit Gülle verunreinigte Trinkwasser hat.

3. Während das verursachende Phänomen eindeutig determiniert wird (Rauchen), bleibt das bewirkende Phänomen im Unbestimmten (irgendeine Krankheit).

Und es versteht sich beinahe von selbst, dass derartige Wahrsager weder den zukünftigen Zeitpunkt benennen noch die Art, mit welcher sich die Wirkung manifestieren soll. Irgendein Karzinom wird sich schon einstellen, und wenn nicht, dann eben ein Herzinfarkt oder Schlaganfall. Ansonst erklärt man das »wirkungslose« Rauchen zur Ausnahme. Damit wird in der Ätiologie (das ist die Lehre von der Verursachung von Krankheiten) die statistische Signifikanz (die Irrtumswahrscheinlichkeit) eliminiert. Aber gerade sie ist eine Messgröße, welche in der induktiven  Statistik angibt, mit welcher Wahrscheinlichkeit sich die Stichprobe vom Zufall unterscheidet.

Spricht man jedoch nicht vom Kaffeesatzlesen oder anderem Hokuspokus, sondern von Kausalität, muss auf die zeitlich vor der Wirkung liegende Bedingung  eine besonders herausragende, zuvor determinierte Wirkung folgen, welche nicht irgendwann oder vielleicht, sondern, wie David Hume formulierte, nie ins Dasein getreten wäre, hätte die Bedingung nicht bestanden. Auch beobachtbare Regelmäßigkeiten sind erst einmal keine Gesetzmäßigkeiten. (Meine Betonung liegt auf »erst einmal«, denn ich möchte hier keiner humeschen Metaphysik in die Diskussion einführen.)

Noch eine Anmerkung am Rande: Die Weltbank erhebt weltweit Daten über die Raucherprävalenz in den einzelnen Staaten. Diese Prozentzahl ist eine altersstandardisierte Schätzung darüber, wie hoch der Anteil der Raucher unter den Erwachsenen ist. In Deutschland lag der Anteil der rauchenden Männer 2009 bei 33,44 Prozent, in Japan bei 41,79 Prozent und in Griechenland bei 63 Prozent. Große Unterschiede also. Die Lebenserwartung bei Männern lag im selben Jahr in Griechenland bei 77,7 Jahren, in Japan bei 79,59 Jahren und in Deutschland bei 77,3 Jahren. Noch Fragen?

(Nun drücke ich meine Zigarette aus und komme zur Kehrseite der Medaille.)

 

Raucher verpesteten ohne Rücksicht alles

Ganz ohne Statistik müsste jedoch klar sein, dass Rauchen nicht gerade gesundheitsfördernd ist und dass man Kinder nicht mutwillig dem Tabakrauch aussetzen sollte. Aber eben auch nicht den Autoabgasen und der sonstigen Umweltverschmutzung. Wer deren Ausmaß einschätzen will, wische mit einem weißen Tuch über einen äußeren Fensterrahmen. Das Tuch ist schwarz. Und dieser Dreck kommt nicht von Rauchern, sondern von Autos, Schornsteinen und anderen Emittierern. Geht also Mutter mit dem Kleinen in das rauchfreie Straßencafé, kann sie anschließend einmal über das Fensterbrett wischen. Das hat der Kleine mindestens eingeatmet, denn das Fensterbrett an sich atmet ja nicht.

Btw.: Bei einer Lunge eines 60jährigen Großstadtbewohners ist der Unterschied zwischen Raucher und Nichtraucher nicht sichtbar. Die entsprechenden Abschreckungsbilder sind Fälschungen.

Was ebenfalls ohne Statistik behauptet werden kann, ist, dass Tabakrauch für viele nichtrauchende Menschen stinkt. Er stinkt nicht nur so vor sich hin, sondern kontaminiert die gesamte Kleidung bis zur Unterwäsche. Das sind Tatsachen!

Und da wir eben von Tyrannei sprachen – und diese auch immer als die Tyrannei der Mehrheit kategorisieren –, gab es eine Zeit, da waren die Raucher in der Mehrheit. Ob im Fernsehen, in der Kneipe, im Wartezimmer: Überall wurde geraucht und somit auch gestunken.

Raucher verpesteten ohne Rücksicht alles, was in ihre Nähe kam. Und niemand, der das Laster nicht hatte, war in der Lage, ein Speiselokal aufzusuchen, ohne nicht diesem Gestank ausgesetzt zu sein. Auch das war eine Tyrannei und ist durch nichts zu entschuldigen. Besonders hat dies nichts mit Toleranz zu tun, weil das Selbstbestimmungsrecht der Mitbürger dadurch verletzt wird.

Jetzt hat sich die Sache ins Gegenteil verkehrt. Und ich muss zu meiner Schande gestehen, dass ich in keinem meiner Bücher, in keinem Artikel ein Wort darüber verlor, dass es eine Tyrannei der Raucher wie mir wäre, überall ungefragt andere Menschen vollzuqualmen.

Auf der anderen Seite haben Nichtraucherschutzorganisationen Millionen auf Millionen an Steuergeldern und Spenden kassiert und ihre nützlichen Idioten zum Unterschriftensammeln auf die Straße geschickt, die Presse manipuliert usw., aber nur sehr selten eröffnete einer dieser Aktivisten ein rauchfreies Speiselokal. Das war nämlich zu allen Zeiten erlaubt. Ist ja auch klar. Der Durchschnittsbürger hat kein Geld für eine derartige Unternehmung und die Halunken an der Spitze dieses Kreuzzuges kassierten die Forschungsgelder für ihre Rattenversuche und Statistikmanipulationen.

Wenn wir annehmen, dass der Mensch von Natur aus ein nichtrauchendes Individuum sei, so ist ein Nichtraucher auch die Normalität. Folglich haben sich diejenigen, die ein solches Sein beeinträchtigen, entsprechend rücksichtsvoll zu verhalten.

Der Raucher hat die Befindlichkeit des nichtrauchenden Menschen zu respektieren!

Und der nichtrauchende Mensch muss nicht den Raucher tolerieren, befinden sich beide gleichberechtigt an einem Ort. Diese Redlichkeit ist besondere Pflicht, weil in der Vergangenheit es die Raucher waren, die sich rigoros über die Befindlichkeit der nichtrauchenden Umgebung hinwegsetzten. Da sich Tabakrauch auch auf den Möbeln und an den Wänden niederschlägt und damit zu einem kürzeren Renovierungsintervall führt, ist auch das Rauchverbot in öffentlichen Verkehrsmitteln gerechtfertigt, weil sich diese Schäden auf die Fahrpreise aller auswirken. Dabei ist jedoch nicht berücksichtigt, dass Tabakwaren verstärkt mit einer entsprechenden Verbrauchssteuer belegt sind. Ich erspare mir hier eine kleinliche Aufrechnung.

An dieser Stelle unterscheiden sich dann auch die entsprechenden Aktivisten. Wer sich engagiert hatte, dass Raucher nicht ungefragt ihr Wohlbefinden beeinträchtigen, hat sich im Sinne der Freiheit Verdienste erworben. Die amerikanische Kette Starbucks Corp. verbot zum Beispiel das Rauchen in ihren Räumen, weit vor der gesetzgeberischen Willkür. Diese Gestaltung des eigenen Hausrechts machte sich für Starbucks bezahlt. Ohne staatliche Eingriffe in das Eigentum der Gastwirte hätte sich mit etwas Geschäftssinn und weniger Dummheit der Trend zur rauchfreien Lokalität durchgesetzt, während sich die Minderheit der Kampfraucher eben in irgendwelchen Kneipen wiedergefunden hätte. So what?

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Die Halunken in der Szene fordern aber auch Rauchverbote in Lokalitäten, die als solche gekennzeichnet sind. Und hier ernährt die Radikalität die Radikalität. Da es in unserem Staat generell verboten ist, Faschisten aufs Maul zu hauen, kann man also ungestraft alle rauchfreien Lokale ignorieren und dafür Unterschriften sammeln, dass man im Zigarrenklub ebenfalls das Rauchen verbieten soll. Verbote um der Verbote willen. Verbotswahn eben. Und die Massen der Raucher (Denn Rauchen ist auch Kulturgut und Tradition.) schauen wie in Bayern apathisch zu.

 

»Nichts ist widerwärtiger als die Majorität, denn sie besteht aus wenigen kräftigen Vorgängern, aus Schelmen, die sich akkomodieren, aus Schwachen, die sich assimilieren, und der Masse, die nachtrollt, ohne nur im Mindesten zu wissen, was sie will«

 

schrieb Johann Wolfgang v. Goethe in Maximen und Reflexionen und verdeutlichte damit, dass die so vielgepriesene Mehrheitsmeinung innerhalb der Herrschaftsform Demokratie nicht anderes darstellt als eine Diktatur der Systemtrottel. Die Frage ist nicht, was das Volk will, sondern zu welcher Meinung es manipuliert werden kann.

Es gibt in meinem Bekanntenkreis keinen einzigen Menschen, der irgendeinen Sinn darin sieht, generelle Rauchverbote staatlicherseits zu exekutierten. Die Definition von Schikane ist übrigens laut »Duden« eine insbesondere durch »Ausnutzung staatlicher oder dienstlicher Machtbefugnisse getroffene Maßnahme, durch die jemandem unnötig Schwierigkeiten bereitet werden«; angelehnt davon auch »kleinliche, böswillige Quälerei«.

Und deshalb, nur deshalb, ist es nicht verboten, Forschungsgelder zu kassieren, Statistiken zu manipulieren und zu publizieren und sich um das Wohl fremder Kinder zu kümmern. Vielleicht kümmert sich bereits morgen ein pädophiler Abgeordneter der Grünen Gutmenschenpartei um Ihre Kinder, vielleicht auch nur um Ihr Übergewicht. Vielleicht entzieht man Ihnen auch morgen das Sorgerecht für Ihre Kinder, was im Durchschnitt 10.000mal im Jahr passiert, ohne dass die Kinder bedroht sein müssen. Irgendeine überzogene Geschichte von Nachbarn genügt den Gerichten oft als Beweis.

Sicher aber kümmern sich die parlamentarischen Gutmenschen täglich darum, dass ihre korrupten Freunde im zwangsweise finanzierten Fernsehen und Hörfunk ihre Obsession ins »richtige« pseudowissenschaftliche Licht setzen. Damit wagt es keiner der anderen parlamentarischen Gauner, der medial gesetzten Bedrohung zu widersprechen. Und so glauben die Systemtrottel und Wähler, im Rahmen ihres Rechts auf Dummheit, Vergesslichkeit und Ignoranz, am Schluss tatsächlich, dass Passivrauchen gefährlicher sei als das Einatmen von Dieselruß.

Denn genau dieser wissenschaftliche Hokuspokus brachte die deutschen Gesetzgeber erst so richtig in Fahrt. Die vom Deutschen Krebsforschungszentrum Heidelberg (DKFZ) innerhalb eines sogenannten Kollaborationszentrums der WHO verfasste Studie, kurz DKFZ-WHO, legte weitgehend unwidersprochen nahe, dass Passivrauchen gefährlicher wäre als die Dieselabgase eines Fahrzeugs in einer geschlossenen Garage. Fakt ist, dass keine einzige Studie über die angeblichen Todesfälle durch Passivrauchen belastbar ist.

Wenn man wegen Falschmünzerei und Volksverhetzung den Herrschaften schon nicht beikommt, kann man ihnen nur zum Selbstversuch raten. Da dies dann bestimmt ihr letzter Versuch wäre, hätte man wieder Luft zum Durchatmen. Allerdings nur für kurze Zeit. Der nächste Gutmensch lauert schon, seine Obsession über den Umweg der Volksverdummung und Lüge durchzudrücken.

Im Wettbewerb der Gauner genügt den meisten nicht, einfach abzukassieren, um auf Kosten der Steuerzahler ein angenehmes Leben zu führen. Nein, sie opfern sich geradezu auf, immer neue Perversitäten und Schikanen auszuhecken und durchzusetzen. Haben sich die besonders »Brillanten« noch ihre Dissertation erschlichen, ist die Empörung der so enttarnten Fälscher dann zumindest wahrhaftig. Sie sind offenbar zu dumm, die offensichtlichen Diskrepanzen zwischen ihrer Arbeit und den Anforderungen an eine wissenschaftliche Arbeit zu erkennen.

Trotz der weitverbreiteten Erkenntnis, dass man dem parlamentarischen Lumpenpack nicht trauen kann, rufen nicht nur die Schelme, die Profiteure parlamentarischer Willkür, sondern auch Hinz und Kunz bei der kleinsten Irritation nach dem Staat. Der politische Ruf nach Regelungsbedarf verhallt selten ungehört. Legitimieren sich doch die Dummschwätzer durch die Inszenierung von schlecht gespielten Seifenopern.

Erlauben Sie mir deshalb diesen satirischen Exkurs:

Kamera an, Ton läuft, Klappe: »Zwangsfernsehen für Doofe«

Die Protagonisten sind unschuldige, strebsame und rechtschaffene Bürgerinnen und Bürger. Und obwohl vom Faulenzer über den Debilen bis zum Perversling jeder wählen darf und seine Stimme gerne abgefischt wird, scheinen die Protagonisten der Inszenierungen allesamt intelligent, demokratisch und freiheitsbewusst. Die fremden Kinder stehen bereit. Unschuldig, wie der kleine Adolf vielleicht 1905 am Inn stand, stehen sie jetzt in der ersten Reihe und klagen ihr Unversehrtheit ein. Der Zigarre rauchende Großkapitalist eines das Universum bis zum Andromedanebel beherrschenden Tabakwarenkonzerns schwingt sich auf, diese armen Kinder jetzt zu ersticken.

»Haltet ein, o gütiger Herr«, fleht eine 33-jährige Jungfrau und Mutter dreier Kinder, »habt Erbarmen mit meinen Kleinen!«

Ein Journalist des Zwangsfernsehens kommt zufällig mit zwei Fernsehkameras, drei Beleuchtern, vier Toningenieuren und einem Regisseur des Weges gelaufen. Der Jungfrau wird eine zufällig mitgeführte Atemschutzmaske übergestülpt, die Kinder fallen vor Schreck in Ohnmacht, eine zufällig bereitstehende Nebelmaschine spendet den künstlichen Rauch: »Wir, sehr geehrte Zuschauerinnen und Zuschauer, sehr geehrte Geschlechtslose und Geschlechtslosinnen, wollen nichts dramatisieren. Doch diese Mutter von drei Kindern würde jetzt ohne unsere Hilfe schon längst einer Rauchvergiftung erlegen sein. Wo ist eigentlich die Politik?«

Und dann kommen sie angeritten. Auf weißen Pferden, mit offenem Visier und frisch geschminkt, darf nun zuerst der grüne, dann der rote, der schwarze wie der gelbe Ritter 1. erklären, dass dieser Zustand unhaltbar ist, 2. dass er alles dafür tun würde, besonders die Kinderchen zu retten, und 3. sofort die entsprechenden Gesetzesvorschläge dem Parlament unterbreiten würde. Dann gibt er noch zu bedenken, dass die geltende Gesetzeslage es heute schon der Polizei erlaube, in solchen Fällen den finalen Rettungsschuss anzuwenden.

Kamera aus. Der Journalist bemächtigt sich wieder seiner Atemmaske. Entledigt sich der Mutter mit einem »Hau ab, du Schlampe!« und ab geht's ins Studio. (Schließlich will man den Deppen von der CDU und den Clown von der FDP noch aus dem Film schneiden.)

»Oh«, sagt da der stumpfsinnige Hinz zu seinem stumpfsinnigen Kollegen Kunz: »Gestern brachten sie im Fernsehen etwas über das Passivrauchen. Eine Zigarre kann bis zu drei Kinder auf einmal töten.«

»Ja, weiß ich«, sagt der andere Dummkopf, »in Hiroshima sind damals drei Millionen Japaner ums Leben gekommen, nur weil die Amis da noch geraucht haben.«

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Leider kaum noch Satire. Wer die verlogene Berichterstattung anlässlich der Flutkatastrophe in Fukushima intensiv verfolgt hat, wird bestätigen können, dass eine Naturkatastrophe zur Atomkatastrophe umgedichtet wurde. Auch aufmerksame Zuschauer konnten im Laufe der Berichterstattung den irrigen Eindruck bekommen, dass aufgrund des Reaktorunfalls 16.000 Menschen starben und 470.000 Menschen obdachlos wurden. In Wirklichkeit starb aufgrund der  Havarie des dortigen Kernkraftwerkes niemand.

Derart manipuliert, spielt es für die Bürger kaum noch eine Rolle, ob ihnen die freiheitsfeindlichen Gesetze von einem Diktator, einem Fürsten, einer relativen Mehrheit des zum Faschismus neigenden Plebs oder einem opportunen Parlament diktiert werden.

Nahezu jedes Gesetzesdiktat verletzt das, was in eigener Selbstherrlichkeit und Sinngebung die Machthaber als gesellschaftliche Maxime ausgegeben haben: die Subsidiarität.

Nicht die kleinstmögliche Einheit soll entscheiden (das wäre für unser Thema der Gastwirt), sondern die Tyrannei muss möglichst europaweit und einheitlich exekutierbar sein. Sie ist nicht beiläufig, sondern absichtlich schikanös, denn der Kreuzzug gegen Terror, Klima, Kapital und Tabakrauch ist heiliger Krieg.

Da die größte Tyrannei die Steuergesetzgebung und das Zwangsversicherungsrecht sind, ist genau dort die Eliminierung des Wettbewerbs am weitesten fortgeschritten. Die sogenannten Steueroasen sind über die Mittel der Erpressung und Boykottdrohungen schon längst trockengelegt. Dagegen scheint die beginnende Treibjagd auf Raucher fast schon marginal. Denn für alle Gewaltherrscher in der Geschichte war das Glück ihrer Untergebenen noch zu keinem Zeitpunkt relevant. Auch Kinder – werden sie nicht zufällig im Wahlkampf missbraucht – sind den Machthabern einerlei. Natürlich schwatzt man im Inland scheinheilig von Kindergartenplätzen, doch wohnen die Kinder zufällig in einem Land, in das die NATO die »westliche Freiheit« exportiert, spricht man von bedauerlichen Kollateralschäden, wenn überhaupt darüber berichtet wird.

Mit feinem politischen Gespür werden zum Zwecke der Machterhaltung Ausbeutung und Schikanen so verteilt, dass stets eine relative Mehrheit der Beherrschten sich zu den Machthabern bekennt. In Systemen der offenen Macht, wie in den westlichen Demokratien, soll sich eine möglichst breite Schicht der sogenannten Bildungsbürger gleichzeitig in dem Irrglauben wägen, sie wären Bestandteil der Macht. Widerstand ist deshalb nicht nur verboten, sondern auch zwecklos, verfällt man nicht der Gewaltphantasie, jeden einzelnen Schädel dieser Systemtrottel in einen Schraubstock zu klemmen und so lange zuzudrehen, bis er zwischen Macht und Ohnmacht zu unterscheiden vermag.

Ein drastisches Beispiel, das verdeutlicht, dass eine Abstimmung nur dann gerechtfertigt ist, haben sich die Feststellungsbeteiligten diesem Procedere freiwillig (sic) unterworfen. Ob ein aufgehetzter Mob einen vermeintlichen Pferdedieb am nächsten Baum lyncht, Raketen und Bomben im Namen der Freiheit die Zivilbevölkerung eines Landes massakrieren, der Reichstag beschließt, Deutsche jüdischen Glaubens mit Judensternen zu kennzeichnen, im Bundestag irgendein ungelernter Parlamentarier seine faule Hand zur Abstimmung hebt oder vier Mafiosi zum Nachteil ihres Opfers den Schraubstock zudrehen, ist einerlei. Alle derartigen Eingriffe in die Selbstbestimmung der Personen und ihres Eigentums sind moralisch durch nichts zu rechtfertigen.

Im Hintergrund steht heute der zur Tyrannei tendierende Wohlfahrtsstaat, wie der Nobelpreisträger Friedrich August von Hayek analysierte. Er wird entweder an seinen eigenen Lügen ersticken und zusammenbrechen oder systematisch das Vermögen der Bevölkerung vernichten. In Deutschland hat man ja Erfahrungen mit Währungsreformen und Enteignungen. Wie bereits erwähnt, ist es deshalb geradezu Bedingung, das Volk systematisch zum Gehorsam zu konditionieren. Denn schließen sich der rebellierenden Jugend erst einmal die Arbeiter an, sind die Tage der parlamentarischen Gauner gezählt.

Nein, dahinter steht nicht die Freiheit. Dahinter steht die rotfaschistoide Diktatur. Dabei ist die Farbe vollkommen irrelevant.

In diesem Sinne gibt es keine großen Unterschiede zwischen Nationalisten, Faschisten, Kommunisten und sozialen Demokraten sowie anderen Breitmaulfröschen. Die politische Unterscheidung zwischen rechts und links ist der erfolgreiche Versuch, der apathischen Masse zu signalisieren, dass sie die Richtung der Politik über Wahlen bestimmt. Zwischen frei und unfrei zu wählen ist ausgeschlossen, ja sogar verfassungsfeindlich. Näheres dazu in meinem Artikel »Durch den Parlamentarismus zur Freiheit«.

Der faschistoide Ansatz, der sich heute in der Rauchverbotsforderung für den Zigarrenklub manifestiert, morgen im Verbot von Schweinshaxen mit Fett, zieht sich wie ein Schimmelpilz durch die gesamte Gesellschaft. Längst sind die prominenten unter den Steuerhinterziehern für würdelos erklärt worden. Längst ist der Exekutive jede Befugnis erteilt worden, unbescholtene Bürger abzuhören, zu observieren, zu verhaften und ihre Wohnungen und Geschäftsräume zu durchsuchen.

Auch das überspielt sich zwischen Staatsfernsehen, Staatsschule und dem irrigen Glauben der Systemtrottel, Teil eines Rechtsstaates zu sein. So haben dann auch die klagenden Gastwirte dieser Republik eine kleine Lehrstunde in Sachen Rechtsstaat verpasst bekommen. Ihre Lokalität und ihr Eigentum wurden zum öffentlichen Raum erklärt. Diese teilweise Enteignung erfolgt also über das Gewerberecht und die Gaststättenverordnungen in Verbindung mit dem angeblich verfassungskonformen Auftrag, die Menschen vor gesundheitlichen Gefahren zu schützen. Und so ähnlich, wie die zahlreichen Hunde sich auf öffentlichem Straßenland ausscheißen dürfen, hat deshalb der Gesetzgeber das Recht, Vorschriften zum Gesundheitsschutz seiner Bürger zu erlassen.

Eine derartige Generalvollmacht ermächtigt den Gesetzgeber, morgen den Verkauf von Schweinshaxen zu verbieten, übermorgen den Gastwirt zu zwingen, die Bockwurst und die Spiegeleier von der Speisekarte zu streichen.

Erwachsene Menschen sind nach Meinung der Machthaber und ihrer bezahlten Juristen nicht in der Lage, Gefahren und Risiken für ihre eigene Gesundheit abzuwägen und selbst zu entscheiden, ob sie in eine verqualmte oder rauchfreie Gaststätte gehen. Das ist in der Kontinuität derselbe Staat und dasselbe Gericht, die verfassungskonform die Blutrichter und Rechtsbeuger der Nazijustiz nahezu ausnahmslos bei vollem Pensionsanspruch übernahmen. Dieser Staat tendierte bereits 1961 sehr stark zur Wohlfahrt. Er fügte nämlich § 116 in sein Richtergesetz ein. Damit konnte man den politischen Protest auffangen und die Verbrecher in den schwarzen Roben hatten die Möglichkeit, auf eigenen Wunsch, bei vollen Bezügen, vorzeitig in den Ruhestand zu treten. Ein juristisches Meisterstück von skrupelloser Verschlagenheit. Dagegen ist die Passivrauchergesetzgebung fast schon irrelevant.

 

Der Polizei- und Kriegsapparat des Staates stehen den Perversen, Sadisten, Missgünstigen, Neidern, Fälschern und Tagedieben als Instrument zur Durchsetzung ihrer Obsessionen zur Verfügung.

 

Nein, liebe Leserinnen und Leser, dieser Staat ist nicht mit dem NS-Verbrechersystem oder der DDR-Diktatur vergleichbar. Der heraufziehende Sozial- und Gesundheitsfaschismus wird sich als Antifaschismus darstellen. Und wie die Sozialdemokraten von den Brüdern zur Sonne, zur Freiheit singen, sangen die nationalen Sozialisten 1930 »Es schau’n aufs Hakenkreuz voll Hoffnung schon Millionen; der Tag für Freiheit und für Brot bricht an«.

Und die Millionen jubelnder Dumpfbacken waren weder erfunden noch herangekarrt. So wie heute niemand gezwungen wird, die Macht der parlamentarischen Willkür, des Meinungsdiktats und der öffentlich-rechtlichen Manipulation an der Wahlurne zu legitimeren.

Es ist deshalb ein zweifelhaftes Vergnügen, mit beiden Senk- und Spreizfüßen fest auf dem Boden der freiheitlich-demokratischen Grundordnung zu stehen. Aber es erleichtert das eigene Gewissen ungemein. Man kann dann glauben, dass es »Recht« wäre, in das Eigentum der Gastwirte einzugreifen. Man kann dann auch glauben, dass es »Recht« sei, sich eine Solaranlage auf dem Dach zu leisten, weil die Nachbarn ohne Solaranlage diese schon bezahlen werden. Und selbstverständlich soll es »Recht« sein, wenn nicht der Unternehmer bestimmt, wer in seiner Firma beschäftigt ist, sondern der staatliche Gleichstellungsbeauftragte oder ein Gericht. Und natürlich ist es dann »Recht«, wenn wir per Fernlenkwaffen unsere Freiheit exportieren. Wenn wir über einen toten deutschen Soldaten tief betrübt sind, aber die toten Zivilisten in fremden Ländern – welche uns nicht angegriffen haben – einfach ignorieren.

Recht ist eben heute alles und morgen etwas anderes. Ob ein Handeln aber gerechtfertigt ist oder nicht, kann man wohl erst feststellen, wenn man sich in die Lage derjenigen versetzt, welche von der legislativen und damit juristischen Willkür betroffen sind.

Die Belästigung der nichtrauchenden Bevölkerung an gleichberechtigten Orten durch Tabakrauch ist nicht gerechtfertigt. Der Eingriff des Staates in die Gewerbefreiheit der Gastwirte ist nicht gerechtfertigt, wie jeder Eingriff in die Selbstbestimmung der Person und ihres Eigentums nicht gerechtfertigt ist. Was dazu in einschlägigen Gesetzen steht, ist das positivistische Recht, es ist moralisch irrelevant.

*

Sollte Sie, liebe Leserinnen und Leser, nun den Eindruck gewonnen haben, dass es Zeit wäre, andere Politiker zu wählen – bessere sozusagen –, dann haben Sie mich missverstanden. Diese paar Halunken in den Regierungen und Parlamenten sind nicht das Problem. Wenn es darauf ankommt, könnte man sie festnehmen und wegsperren.

Das Problem ist die opportune und feige Gestalt, welche uns allen morgen früh wieder aus dem Spiegel entgegenschaut. Wir alle geben relativ wenigen Halunken die Möglichkeit, uns zu manipulieren und zu korrumpieren. Wir gehen die Wege des geringsten Widerstandes. Wir weichen der illegitimen Herrschaft nicht aus, sondern beugen uns opportun der Gewaltandrohung. Oft sind wir auch nicht betroffen. Wer nicht raucht, hat durch die jüngste Gesetzgebung Vorteile. Warum sollte er sich deshalb für Leute einsetzen, deren Laster er vielleicht noch nicht einmal nachempfinden kann. Die Gaststättenverbände haben ihren Mitgliedern erklärt, dass mit einem generellen Rauchverbot finanzielle Vorteile zu erwarten wären. Viele Raucher haben ein schlechtes Gewissen und hoffen kleinkindhaft, dass man ihnen den Griff zur Zigarette erschwere und verteure. Das sind die Tatsachen.

Ich bin's nicht gewesen, Adolf Hitler war's, hat es 1945 geheißen. Und an dieser Einstellung, dass wir die Verantwortung auf andere schieben, hat sich bis heute nichts geändert.

Im Gegenteil. In Systemen der offenen Macht gibt es immer die Chance, dass die eigene Meinung massenhaften, dummen Zuspruch erfährt. Das kostet die Masse erst einmal nichts. Doch gewonnene Majoritäten sind irrelevant. Relevant ist die Frage, ob eine Forderung gerechtfertigt ist oder nicht.

Jeder Eingriff in die Selbstbestimmung der Person ist ungerechtfertigt. So wenig wie man einen wohlhabenden Bürger nicht berauben darf, um das Raubgut einem Notleidenden zu schenken, so wenig ist es gerechtfertigt, durch das Heben der eigenen faulen Hand die Minderheiten zu überstimmen, um ihnen dann mithilfe der Staatsgewalt ihr Geld wegzunehmen, diesen Raub dann aber Steuer zu nennen.

Ich habe hier deutlich gemacht, dass jede Person, jedes Unternehmen gerechtfertigt jedem Dritten das Rauchen untersagen kann. Völlig unabhängig davon, ob er darin eine Gefahr für sich sieht oder nicht. Niemand, auch kein Parlament, ist jedoch berechtigt, eine solche Entscheidung anderen Personen zu diktieren, egal wie gut er es meint.

Liebe Raucherinnen und Raucher, hören Sie also mit dem Rauchen auf, wenn Sie dies wollen. Egal, wie Sie sich entscheiden, die Wahrscheinlichkeit zu sterben liegt bei 100 Prozent.

Solange Sie jedoch leben, sollten Sie sich für ein selbstbestimmtes, verantwortliches Leben entscheiden. Ihre Freiheit endet dort, wo die Selbstbestimmung anderer Menschen beginnt. Hätten wir Raucher dieses Prinzip in der Vergangenheit befolgt, bliebe uns heute manche Diskussion erspart. Doch die Tyrannei wäre nicht aufzuhalten gewesen.

Solange der Staat seinen Polizei- und Kriegsapparat den Perversen, Sadisten, Missgünstigen, Neidern, Fälschern und Tagedieben als Instrument zur Durchsetzung ihrer Obsessionen anbietet, kann niemand in Frieden und Freiheit leben.

*

(Ich esse jetzt einen Apfel. Äpfel zu essen ist gesünder als schlafen. Denn die meisten Menschen sterben im Bett und nicht beim Essen eines Apfels.)

 


 
Erstellt am 11.06.2013, zuletzt aktualisiert am 09.05.2015. Alle Rechte vorbehalten.  
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