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Libertäre Rundschau

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Kurt Kowalsky:

Volksschädling Raucher und die Maßstäbe der Glückseligkeit

 

Volksschädling Raucher Abstract Der staatlich verordnete sogenannte Nichtraucherschutz ist eine mit extremer Brutalität und Verschlagenheit durchgesetzte Kultur- und Traditionsvernichtung, welche zum Ziel hat, rauchende Menschen als Volksschädlinge zu diskriminieren. Gleich wie bei der weltweiten Verfolgung von Menschen jüdischen Glaubens (seit den ersten Kreuzzügen bis heute) spiegelt die Gesetzgebung des Staates die Interessen lautstarker Fanatiker wider und hofft auf Akzeptanz einer apathischen, aber nutznießenden nichtrauchenden Mehrheit.


»Wir sind im hohen Grade durch Kunst und Wissenschaft cultivirt. Wir sind civilisirt bis zum Überlästigen, zu allerlei gesellschaftlicher Artigkeit und Anständigkeit. Aber uns für schon moralisirt zu halten, daran fehlt noch sehr viel. Denn die Idee der Moralität gehört noch zur Cultur; der Gebrauch dieser Idee aber, welcher nur auf das Sittenähnliche in der Ehrliebe und der äußeren Anständigkeit hinausläuft, macht blos die Civilisirung aus.«

(Immanuel Kant: Idee zu einer allgemeinen Geschichte in weltbürgerlicher Absicht (1784). Akademie-Ausgabe, Bd. 8, S. 26)

Rauchverbote haben eine lange Geschichte.

Die Geschichte, dass irgendwer irgendwem irgendwas verbietet, ist allerdings länger. Nur so ist die Eigenart der Alten zu erklären, ihre Kindheit als die schönste Zeit ihres Lebens darzustellen, obwohl in der Regel Elternhaus, Schule und letztendlich die eigene Pubertät nichts auslassen, um das junge Leben zur Hölle zu machen. Nein, Hölle ist der falsche Ausdruck, denn der Teufel fordert keine Hausaufgaben. Man hasst Verbote und Vorschriften, man verflucht die gesamte Elternschaft und die Lehrerschaft sowieso. Doch kaum hat man sich von diesen Zwängen seiner Kindheit und Jugend befreit, verblasst auch der Vorsatz, dies später alles einmal besser zu machen.

Und so werden aus dem Nachwuchs der »Höllenwärter« wieder welche, die ihre vorpubertären Gewaltphantasien schließlich wieder an ihren Kindern auslassen. Natürlich nur gut gemeint, versteht sich. Da aber die eigenen Kinder ebenfalls nur durchschnittlich dumm und überdurchschnittlich faul sind, nutzt es auch nichts, erzählt man ihnen, sie wären intelligent, aber faul. Elternsein befriedigt folglich so wenig wie der Quickie am Küchentisch die Hausfrau.

Stellt man also fest, dass man mit einem Kompromiss verheiratet ist, die Kinder nicht nur Freude machen und die eigene Lebensplanung zum Desaster verkommt, gibt es eigentlich, außer Trunksucht, nur noch den Ausweg des Missionierens.

Man kämpft für irgendeine »gerechte Sache« (nach Sigmund Freud, Sublimierung genannt) und sei es nur gegen den eigenen Bahnhof. Wer nicht in Stuttgart kämpft, kämpft vielleicht für linksdrehenden Magerquark in der Vorschule oder für das Lebensrecht von Schaben im Nachbarhaus. Die größte Zustimmung erhält man im gerechten Kampf für den Schutz fremder Kinder. Fremd müssen sie schon sein, denn zu den eigenen Kindern ist die Kommunikation oft schon gestört. Irgendwie hat die eigene Brut den aufgezwungenen Schutz bereits als schlüpfrigfeuchtes Macht- und Beherrschungsgelüst durchschaut.

Ich bin mir bewusst, welches Tabu mit derartigen Ausführungen gebrochen wird. Doch die seit Jahrzehnten erfolgte Dressur der Kinder und die Verschulung der Universitäten haben Folgen. Über den ehemaligen Musterknaben und Mädchen, welche heute und morgen in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft die sogenannten Geschicke leiten, schwebt mehrheitlich die Gefahr, die man neudeutsch mit Burnout-Syndrom umschreibt.

Spätestens mit vierzig droht die Desillusionierung. Der übermächtige Schatten einer Lebenslüge bedroht die regelgerechte Karriere. Bis zum Überlästigen kultiviert, wie Kant formulierte, beschränken sich die Regelverletzungen, wenn überhaupt, auf das gelegentliche Parken im Halteverbot. Irgendwann versagt das System. Was bleibt, ist eine geplatzte Beherrschungsillusion. Alles richtig gemacht und trotzdem gescheitert. Sport getrieben und trotzdem nicht fit. Freunde gewonnen und trotzdem allein. Auf die Eheschließung folgte die Scheidung. Auf die Kinderzeugung der Sorgerechtsstreit. Auf den Stress die Unruhe. Und da auf das Studium bereits damals die intellektuelle Apathie folgte (sehr willkommen im modernen Management), hatte man weder Zeit noch die Fähigkeit, sich mit  moralischen Fragen zu beschäftigen.

Am Ende des Tunnels leuchtet kein Licht.

Andauernde globale Finanz- und Wirtschaftskrisen relativieren sich nämlich rasch, betrachtet man die eigene persönliche Finanz- und Wirtschaftsproblematik, die eigene Ehe- und Familienplanung, die eigenen Abhängigkeiten, welche alles andere als beherrscht werden. Und am Ende des Tunnels leuchtet eben kein Licht, sondern herrscht Finsternis. Der unerwartete frühzeitige Tod könnte fast eine glückliche Erlösung sein, welche nicht nur die sich vergrößernde Wahrscheinlichkeit auf Siechtum und Demenz eliminiert, sondern einen unwiderruflich entschuldigt, die illusionären Pläne doch nicht verwirklicht zu haben.

Wäre da nicht die Vorstellung eines naiven mechanistischen Weltbildes. Doch ein Steinwurf braucht nicht die Ursache einer zerbrochenen Scheibe zu sein. Ein guter universitärer Abschluss bedingt nichts, besonders keine berufliche Karriere. Was der Mensch zu sich nimmt, wird in der Regel chemisch verarbeitet (»verdaut«). Anzunehmen, diese Verarbeitung (die Aufnahme oder Abweisung der Stoffe) hätte in jedem Fall Auswirkungen auf seine Gesundheit in ferner Zukunft, ist mehr als naiv. Die neurotische Hoffnung, alles richtig machen zu können, erweitert quasi täglich den persönlich auferlegten Pflichtenkatalog. Was »richtig« ist, bestimmt in der Regel der publizierte pseudowissenschaftliche Restmüll der Medien. Wer alles richtig macht, das Richtige denkt, das Richtige spricht, das Richtige trinkt und das Richtige isst, muss quasi ein langes, gesundes Leben in Frieden und Wohlstand induzieren.

Drängt sich nicht uns allen fast zwangsläufige die Frage auf, an was ein Mitmensch gestorben ist? Ist es nicht erleichternd zu vernehmen, dass der Übergewichtige verunglückte, ist man selbst übergewichtig? Freuen wir uns nicht klammheimlich, glauben wir bei der laienhaften Analyse der Todesursachen erkennen zu können, dass gerade diese Ursache auf uns nicht zutrifft? Welch erleichterndes Gefühl muss sich also einstellen, rafft es den Fleischesser dahin, ist man selbst Vegetarier? Und stirbt der Nachbar an Hautkrebs, während wir mit Sonnenschutzfaktor 40 nicht nur uns, sondern die gesamte Familie zentimeterdick einschmierten, kann uns bereits dieser Tod nichts mehr anhaben. Welches Glück muss so gesehen über all die nicht rauchenden Menschen kommen, erfahren sie vom Tod eines aktiven Rauchers? Natürlich sollte er »früher sterben«, später sterbende Raucher verunreinigen einerseits die Statistik, andererseits irritieren sie die erwähnte Beherrschungsillusion.

Dass das Altern zwangsläufig mit einem allgemeinen körperlichen Niedergang und einem gehäuften Auftreten von Krankheiten verbunden ist, bemerkt man um die 60. Wer morgens aufsteht, so eine Redensart, und es tut nichts weh, muss tot sein. Obwohl Altern selbst keine Krankheit ist, erhöht sich mit ihm das Krebsrisiko zunehmend. Das durchschnittliche Krebserkrankungsalter lag 2012 bei 69 Jahren.

Wir verdrängen, dass zum Beispiel die bisher von uns gefahrenen Autos, trotz guter Pflege und dem »Alles-Richtig-Machen«, mit zunehmendem Alter obsolet wurden. Wenn nicht, wollen wir derartige Tatsachen nicht als zulässige Entsprechung akzeptieren. Doch die Primitivität der Maschine Auto ist bereits zur Komplexität eines Mistkäfers ernüchternd peinlich.

Die Abfolge von Ereignissen in eindeutig unumkehrbarer Richtung (das ist die Definition von Zeit) ist weder zu stoppen noch zu verzögern.

Ich jedenfalls, liebe Leserinnen und Leser, würde dafür kämpfen, dass Sie Ihre individuellen diesbezüglichen Kontrollillusionen bewahren. Sie können deshalb klammheimlich darauf hoffen, dass Sie am jüngsten Tage auferstehen, glauben, dass Ihre Seele in den Himmel entschwebt, Gründe dafür haben, bestimmte Vitaminpillen zu schlucken, annehmen, dass Gurken schön machen usw. All dies und mehr sei Ihnen unbenommen. Sie können auch gar nicht anders, denn jedes Essen, jede Party, fast jedes Gespräch dreht sich irgendwann um die »richtige« Ernährung, das »gesunde« Lebensmittel, den letzten Arztbesuch oder das Übergewicht. Schon lange ist man nicht mehr übergewichtig, weil man in den Spiegel schaut und sieht, dass man dick ist. Sondern man ist übergewichtig, weil das eigene Gewicht laut irgendeiner Tabelle als Übergewicht eingestuft wird.

Aber vielleicht sind Sie auch einfach nur glücklich und froh, dass Sie weder am Straßenverkehr teilnehmen (3.600 Tote) noch in einem Haushalt leben (7.500 Tote durch Unfälle), noch beabsichtigen, sich selbst zu töten (10.100 Tote, über 100.000 Versuche), keinen Alkohol trinken (74.000 Tote) und natürlich nicht rauchen (alle Zahlen gerundet und bezogen auf Deutschland für 2011). Jedenfalls sollten Sie Ihre diesbezüglichen Ansichten aufgrund meiner Ausführungen keinesfalls revidieren.

Nichts fördert die Zufriedenheit und das Glück eines Menschen mehr als die eigene Meinung, den eigenen gesunden Menschenverstand von seinen Freunden immer wieder bestätigt zu bekommen. (Ich mache im Grunde nichts anderes.)

Ich rate Ihnen auch ehrlichen Herzens, Ihre Ansichten über die Welt als solche und die von Ihnen erkannten lebensverlängernden Mittel, Methoden und Taktiken überall zu propagieren. Sicher können Sie besser schreiben als ich, sodass es naheliegt, diesbezügliche Artikel zu verfassen. Und auch sonst wird Ihnen eine Menge einfallen.

(Derweil mache ich jetzt eine Zigarettenpause. Keine Angst, ich sitze hier vollkommen allein und qualme nur mein eigenes Zeugs voll.)

Leider werden Sie beim Missionieren Ihrer persönlichen Erkenntnisse die Erfahrung machen, welche bereits die Christenmissionare machen mussten. Die potenziellen Empfänger ihrer Sendung (lat. »missio«) erlauben sich die Frechheit, die Annahme der gut gemeinten Botschaft zu verweigern. Da tappt man als Wanderprediger ganz schnell auf der Stelle.

Und jetzt kommt der entscheidende Aspekt: Nachdem das Christentum aber im Jahre 380 unserer Zeitrechnung im Römischen Reich zur Staatsreligion wurde, griff man zunehmend zu Zwangsmitteln.

Nach der Logik, warum sich ein Hund am Schwanz leckt (weil er es kann), braucht man deswegen nicht mehr zu überzeugen, sondern kann drohen, erpressen und nötigen.

Und da man nun vom Appell zur  Gewalt schreiten konnte, waren besonders in der Germanenmission und in den Sachsenkriegen Zwangstaufen eine bewährte Methode, den heidnischen Untermenschen zu zeigen, wie Gott das mit der linken und rechten Wange gemeint hatte. Nämlich so, dass wenn man jemand auf die linke Wange schlägt, man ihm auch auf die rechte schlagen muss, lässt er sich nicht bekehren. Zeitigt auch dies keinen Erfolg, weil sich das Opfer nicht häuten will oder kann, bringt man es um.

Schon immer galt es also, anderen seine »edlen« Ansichten aufzuzwingen und den so Bevormundeten und Gegängelten die entstehenden Kosten und Schäden aufzubürden. Wem denn sonst? Und hier noch etwas Wertlehre: Je edler die Absicht, desto besser sind die Kosten des entsprechenden Kreuzzuges zu rechtfertigen.

Als der Philosoph Thomas Hobbes den Vers des Komödiendichters Titus Maccius Plautus (254–184 v. Chr.) auf die Feststellung verkürzte: »Der Mensch ist dem Menschen zum Wolf geworden«, wird ihm nicht bewusst gewesen sein, dass die »Komödien« im 21. Jahrhundert in Form von Bevormunden, Niedermachen, Wegbeißen, Tabuisieren und Falschmünzen scheinbar rechtsstaatlich und zivilisiert abgedreht werden. Geschlagen und gebissen wird nur noch selten. Man lügt, verdreht, diktiert, droht und erpresst. Die Drohung ist durch das Gesetz hinreichend beschrieben. Wer es nicht befolgt, wird verwarnt, wer dies ignoriert, wird sukzessiv bis zur existentiellen Vernichtung genötigt.

So zahlt zum Beispiel beim Rauchverbot in Gaststätten bereits die angestellte Aushilfskraft in Berlin 1.000 Euro Ordnungsgeld, stellt sie dem Gast einen Aschenbecher zur Verfügung. Dem Wirt droht nach der zweiten Verwarnung die Gewerbeuntersagung. Führt er die Lokalität fort, kann er dies nur über den Bruch des Polizeisiegels. Worauf er letztlich eingesperrt wird. Widerstand ist zwecklos! Und nur deshalb scheint diese Gesellschaft so zivilisiert zu sein. Die dem Staat zur Verfügung stehenden Gewaltmittel sind fein abgestuft, letztendlich aber übermächtig.

Bereits der Herzog von Lüneburg hatte dieses Prinzip 1692 erkannt und drohte beim Verstoß gegen sein Rauchverbot mit der Todesstrafe.

Derartiges hatte sich noch nicht einmal der Nichtraucher Adolf Hitler erlaubt, obwohl seine nationalsozialistischen Schergen immerhin die ersten waren, die ihre Antiraucherkampagne mit gesundheitlichen Gefahren begründeten. Und wie heute relativierte auch Hitler die gesundheitlichen Gefahren des Tabakrauchens nicht. So wurde zum Beispiel das Schädlingsbekämpfungsmittel Zyklon B im Dritten Reich nie thematisiert, aber eben das Nervengift Nikotin schon.

An dieser Stelle bitte ich nun um entsprechende Differenzierung. Oben habe ich Ihnen versichert, dass ich dafür kämpfen würde, dass Sie Ihre Vorstellungen überall verbreiten dürfen. Sind Sie jedoch der Meinung, mich oder andere erst gar nicht überzeugen zu müssen, weil Sie wie die Christenmissionare nur die Macht des Staates hinter sich brauchen, um Ihre Vorstellungen durchzusetzen, unterscheiden Sie sich leider weder dem Grund noch dem Grade nach von einem Sachsenkrieger. Obwohl Sie persönlich lediglich reden oder schreiben, werden Sie augenblicklich zum Aggressor, welcher über den Umweg der Politik, der Gesetzgebung und der Staatsmacht mich nun zwangsbekehrt.

Wir lernen daraus:

1. Um anderen etwas zu verbieten, bedarf es keiner Diskussion, keiner Argumente, keinerlei Gründe, man muss nur die Macht haben.

2. Um andere vor gesundheitlichen Gefahren schützen zu wollen, muss man kein Humanist sein. Treibt man nebenbei Millionen unschuldiger Menschen in den Tod, so sollte dies den guten Willen bei der Fürsorge um die Gesundheit unserer Nächsten nicht schmälern.

3. Der Machthaber entscheidet, was gefährlich und ungesund für wen ist, und nicht die Betroffenen selbst.

Und wie noch zu erörtern wäre, spielt es für die Betroffenen keine Rolle, ob sie von einem Diktator oder einer parlamentarischen Regierung bevormundet, gegängelt und drangsaliert werden. So war dies auch mit den legendären Pferdedieben im Wilden Westen: Ob sie der Scharfrichter aufknüpfte oder der aufgehetzte Mob, war im Ergebnis für die Delinquenten einerlei.

Legitimierte »Schädlingsbekämpfung«

Die Fürsorge des Nichtrauchers Hitler um die Gesundheit seiner rauchenden Volksgenossinnen und Volksgenossen entsprang offensichtlich seinem Willen. Er hielt z. B. auch stundenlange Monologe über die Verwerflichkeit der Jagd, das Schlachten von Tieren und den Hang seines Schäferhundes zum Vegetarismus. Auch in des Führers Brust hat also ein Menschenherz geschlagen. Seine konkreten Maßnahmen gegen das Rauchen erschöpften sich jedoch im Rauchverbot für seine Umgebung, sodass er nicht selbst dem Tabakrauch ausgesetzt war, wie aus den Biografien diverser Diener, Fahrer und Sekretärinnen hervorgeht. Aber gleich, wie man der Wehrmacht ein untaugliches und stinkendes Läusepulver aufdrängte, versuchte man das Leben und die Gesundheit der Soldaten durch allerlei Nichtraucherkampagnen zu schützen. Welch ein Zynismus angesichts der 3,2 Millionen gefallenen deutschen Soldaten.

Obwohl man mit einiger Berechtigung dem Herrn Reichskanzler, entgegen dem Willen des Volkes (sic), eine Kugel ins Gehirn hätte schießen müssen, muss zugestanden werden: Der Führer hatte ein Recht, sich selbst vor Tabakrauch zu schützen. Dabei ist es vollkommen egal, welche Tatsachen oder Fehlvorstellungen ihn zu dieser Überzeugung brachten. Niemand braucht eine Rechtfertigung bezüglich der Gestaltung seines Lebensumfeldes.

Die Warnung der Nationalsozialisten vor dem Tabakgenuss bezog sich dann auch auf diesen selbst und eskalierte nicht in einer persönlichen Diffamierung der Raucher, wie es die heutige Passivrauchkampagne tut.

Raucher verpesteten wohl schon damals wie heute mit ihrem Qualm alles, was in ihre Nähe kam. Doch daraus ein tödliches Risiko für Dritte zu machen, ist eine neue Runde im Kulturkampf der Extremisten und Fanatiker. Obwohl man auch bereits 1933 in der Lage gewesen wäre, Statistiken zu fälschen, hatten die Nationalsozialisten auf dieses Mittel diesbezüglich verzichtet. Auch kann angenommen werden, dass die Gesellschaft des Dritten Reiches weitaus weniger wissenschafts- und statistikgläubig war als heute. Hitler selbst wird von Statistik so wenig Ahnung gehabt haben wie von Medizin. Das hielt ihn aber nicht davon ab, sich alle möglichen Vitamin- und Aufbaupräparate spritzen zu lassen.

 

»Konsumierbar sind Forschungsergebnisse nur verfälscht.«

 

Natürlich haben heutzutage auch nicht mehr Leute nur den geringsten Schimmer davon, wie induktive Statistik funktioniert, deren Grundlage die Wahrscheinlichkeitstheorie ist. Es ist nach meinen Erfahrungen zwecklos, einem in dieser Hinsicht nicht vorbelasteten Mitmenschen auch nur die Grundbegriffe klarzumachen. »Das kann kein Zufall sein«, ist mein Resümee angesichts unseres Bildungssystems. Ich bin fast geneigt, den Kommunisten der 60er-Jahre noch einen Strauß Nelken hinterherzuwerfen. Die predigten nämlich damals, dass das Bildungssystem des Kapitalismus nur darauf ausgelegt wäre, nützliche Fachidioten für den Produktionsprozess heranzuzüchten. Jetzt dient die breite Ahnungslosigkeit auf diesem Gebiet zur Manipulation, um jedes noch so fragwürdige »Forschungsergebnis« konsumierbar zu machen. Konsumierbare Ergebnisse in die gewünschte Richtung sichern den Forschern neue Gelder und der einschlägigen Industrie neue Marktchancen.

Wenn Sie, liebe Leserinnen und Leser, jetzt zum ersten Mal das Wort induktive Statistik vernahmen, ist dies vollkommen normal. Aber: Ob Influenzatod oder Überleben durch Impfung, ob Herzinfarkt oder Gehirnschlag, ob Lebenserwartung oder Wahlprognose, alle diese Zahlen, die alltäglich in den Medien als Tatsachen berichtet werden, sind Ergebnisse der induktiven Statistik.

Da schwankt dann z. B. schon einmal die Zahl der an Grippe verstorbenen von 16.382 auf 81 oder von 13.263 Toten auf null, je nach Berechnungsmethode. Der Laie glaubt, derartige Zahlen ergäben sich durch einfache Addition. Man nimmt an, die Ärzte melden die entsprechenden Krankheiten und Todesursachen an eine zentrale Stelle. Und am Ende des Jahres würde dann zusammengezählt. Doch weit gefehlt. Meldepflichtig sind nur bestimmte Infektionskrankheiten und bei der Grippe wäre lediglich die sog. Vogelgrippe (Aviäre Influenza) meldepflichtig.

Wer wissen will, bei wie vielen Toten das Grippevirus tatsächlich gefunden wurde, kommt auf ernüchternde Zahlen im ein- oder zweistelligen Bereich. Wirklich gezählt werden 7 oder 13 und keine publizierten 13.000. Man produziert nämlich eine Erwartungskurve und legt nach einem Winter auf diese Phantasiekurve die tatsächlichen Sterbefälle unabhängig der Todesursachen, welche man eben nicht kennt. Sind nun mehr Menschen gestorben als prognostiziert, spricht man von einer Übersterblichkeit. Und genau diese Differenz zwischen Phantasie und Realität wird sodann als Grippetote publiziert. Ich persönlich dachte zuerst, das wäre ein schlechter Scherz, eine blöde Verschwörungstheorie, doch das Gegenteil ist wahr. Als ich meinem Hausarzt die entsprechenden Dokumente vorlegte, entschuldigte er sich, mich überhaupt jemals auf die entsprechende Schutzimpfung angesprochen zu haben.

Es müsste allen zu denken geben, die z. B. aus der Kirche ausgetreten sind, weil sie die Märchen dieser nicht glauben können, jetzt aber die »Tatsachen« und »Fakten« der induktiven Statistik als Wahrheit konsumieren oder zumindest annehmen, dass die angegebene Größenordnung stimmt. Eher ist der biblische Jesus übers Wasser gelaufen, als dass nur eines der dann auch noch publizistisch verfälschten Statistikmärchen mit der Realität referiert.

Ein anderer Unterschied von damals zu heute ist gravierender. Die jetzigen Antiraucherkampagnen sind ein Spiegelbild des heutigen Gesundheitsbewusstseins. Es kann vermutet werden, dass es sich mehrheitlich um Religionsersatz handelt.

Krankheit wird meist als Folge einer eindeutig determinierbaren Ursache verstanden, die der Einzelne durch richtiges Verhalten vermeiden kann.

Wer nicht sündigt, wird belohnt. Und umgekehrt: Wer dies isst, trinkt oder einatmet, wird diese oder jene Krankheit ernten. Eine derartige Kausalität ist jedoch nur bei Giften und Substanzen in entsprechend wirksamer Dosis zu beobachten. So ein leckeres Knollenblätterpilzgericht kann dann schon einmal eine ganze Familie samt Dackel ausrotten. Der menschliche Organismus ist nämlich faktorentolerant. Das bedeutet, dass der Organismus Störungen des körperlichen und geistigen Wohlbefinden, Störungen der Gesundheit also, in der Regel vollkommen kompensieren kann. Nur ist die Faktorentoleranz von Mensch zu Mensch unterschiedlich ausgeprägt.

Ein biologischer Organismus hätte in der Evolution nicht überlebt, wären die Toleranzbereiche, mit denen er mit den jeweiligen Umweltfaktoren schadlos (sic) interagiert, zu eng. Politiker und administrative Grenzwertsetzer sehen jedoch die wirksamen Dosismengen eher homöopathisch. Analog führt dann nicht nur der Wagenheber auf den Hinterkopf zum sicheren Tod, bereits ein Bruchteil eines solchen gefährdet den Menschen. Doch mit einer kleinen Schraube kann man keinen Schädel einschlagen, auch wenn man es stündlich versucht.

Das in den Unsinn getriebene Vorsichtsprinzip für Grenzwerte ist ein Spiegel des technisch Messbaren und des Unverstandes der gesellschaftlichen und politischen Akteure. Nebenbei sei bemerkt, dass über keine einzige ernährungsphysiologische Empfehlung ein Kausalitätsnachweis erbracht ist. Auch das Robert-Koch-Institut verlautbart in der Zwischenzeit, dass der Fokus auf die Ernährung überbewertet ist.

 

»Die Geschichte der Medizin ist eine Geschichte des Aberglaubens, der Irrungen, Falschmeldungen und Angstmacherei. Der gesundheitliche Nutzen, sich nach dem Toilettengang die Hände zu waschen, ist dagegen eine Erleuchtung.«

 

Trotzdem: Ohne schlechtes Gewissen eine Sachertorte oder eine fetttriefende Schweinshaxe zu essen, ist heute beinahe unmöglich. Mehr oder weniger gibt es keine Menschen mehr, sondern nur noch Patienten. Alle führen irgendwo eine imaginäre Strichliste, in der sie vergangene Sünden mit tatsächlichen oder eingebildeten körperlichen Wohltaten wieder wettzumachen versuchen. Der Dauerlauf ist der Bittgang für die Schweinshaxe, die Vitamintablette das Bußgebet für den Hamburger. Dieser Sünden-Buße-Mechanismus ist so willkürlich wie individuell, wird jedoch von fast allen als Ergebnis von Aufklärung und wissenschaftlichem Fortschritt verstanden. Auch an der Börse oder in der Spielbank hat bekanntlich jeder ein System, reich zu werden, das leider nicht funktioniert.

Dabei ist die Qualität des entsprechenden Wissens ohne Weiteres mit dem Wissen bezüglich der  induktiven Statistik und Wahrscheinlichkeitstheorie vergleichbar. Offenbar wird kollektiv verdrängt, dass alle zehn Jahre andere Risikofaktoren ganz oben auf der Liste stehen. Der Risikofaktor Cholesterinspiegel verliert z. B. als Killerfaktor derzeit wieder an Bedeutung. Die in den 1950er Jahren aufsehenerregende Studie war dann auch wissenschaftlich betrachtet stark verunreinigt. Sie war im Grunde nichts wert, wie jeder Betriebswirtschaftsstudent im zweiten Semester hätte erkennen können. (Das weiß der Hausarzt aber nicht.) Das Gleiche gilt für die scheinbare Erkenntnis, dass durch die Einnahme von Medikamenten zur Cholesterinsenkung das Herzinfarktrisiko sinkt, denn in etwa gleichem Maße steigt das Krebserkrankungsrisiko. Die Lebenserwartung der Betroffenen erhöht sich jedenfalls nicht. Die Geschichte der Medizin ist eine Geschichte des Aberglaubens, der Irrungen, Falschmeldungen und Angstmacherei. Der gesundheitliche Nutzen, sich nach dem Toilettengang die Hände zu waschen, ist dagegen eine Erleuchtung.

 

»Die Presse, die Juden und Mücken sind eine Pest, von der sich die Menschheit so oder so befreien muss – 
I believe the best would be gas.«

(Wilhelm II. am 15. August 1927)

 

Die unterschiedlichen Kausalitätsillusionen zwischen Essen, Trinken, Atmen, Gehen, Sitzen, Schlafen und der gesundheitlichen Zukunft führen zu der Folgerichtigkeit, dass man die eigene Lebensspanne wenn nicht bestimmen, so doch signifikant beeinflussen kann. Wer alles richtig macht, sprengt folglich alle Altersrekorde. Das ist zumindest die Verheißung der US-amerikanischen/ europäischen Gesundheitstheologie. Denn die Hoffnung hinter dem physischen Tod ist mit dem Wechsel der Glaubensgemeinschaft gestorben. So hoffen die lässlichen Sünder zumindest auf Gnade und die schweren Sünder haben aufgehört, die Warnhinweise zu lesen.

Jetzt bekommt auch der Begriff des Schädlings die entsprechende Berechtigung. Die Gesundheitsingenieure in eigener Sache erkennen, dass ihr fein abgestimmtes Glaubenssystem durch Dritte konterkariert wird. Die Lebensmittel enthalten Giftstoffe, auf der Pizza ist Kunstkäse, in der Wurst Gammelfleisch und über allem schweben die Emissionen der Industrie, des Verkehrs und der Raucher. Aber nur Letztere sind eindeutig mit Namen, Adresse und Geburtsdatum dingfest zu machen. Sie erfüllen auch alle Schuldkriterien, welche die Religionen sowie das Strafrecht erarbeitet haben: wichtige Sache, klare Erkenntnis, freier Wille. Wer bestimmt, was eine wichtige Sache ist, haben wir bereits erörtert.

So mutierte der Raucher vom unbestreitbaren Stinker zum Attentäter. Und in dieser Logik ist es selbstverständlich, dass der Staat rigoros gefordert ist, diesem Treiben Einhalt zu gebieten. Die Raucher sind nun dem Grunde nach in der gleichen Kategorie wie Terroristen, die mit Feuerlöschern tödliches Senfgas in die wehrlose Bevölkerung sprühen.

Der Unterschied zwischen Problemlösung bei konkurrierenden Interessen bzw. Zielkonflikten zur Schädlingsbekämpfung müsste nun klar sein.  Schädlingen ist nicht durch Verhandlungen, sondern nur durch Bekämpfung beizukommen. Beim Holzbock im Gebälk, der Blattlaus auf der Pflanze oder den Menschen jüdischen Glaubens (nicht nur im Dritten Reich) sammelte man bereits einschlägige Erfahrungen.

Und es ist kein Zufall, dass mit dem Ausbruch von AIDS das Bundesland Bayern am Anfang der 1980er Jahre eine Gesetzgebung auf den Weg brachte, welche die bayerischen Behörden ermächtigte, HIV-Infizierte in Internierungslager zu sperren. Ungefähr zum gleichen Zeitpunkt wurden in Schweden die wenigen schwerkranken AIDS-Patienten im Krankhaus durch uniformierte Polizisten bewacht. Bei der Bekämpfung von Rauchern sind heute Bayern und Schweden wieder Vorreiter.

Eine weitere geschichtliche Parallele tut sich auf. Die Exekution der »Schädlingsbekämpfung« wird stets legitimiert. Obwohl bereits das im Dritten Reich herrschende Führerprinzip dafür sorgte, dass jeder Befehl aus der stinkenden Fresse des Oberaffen exekutiert wurde, umrahmte er seinen Vernichtungsfeldzug gegen die Juden mit allerlei Gesetzen und Verordnungen. Man beachte die Reihenfolge: Zuerst gab es die deutschen Staatsbürger jüdischen Glaubens, dann verstärkte die Propaganda die bereits herrschenden Ressentiments, danach kam das Gesetz, dann ein Wust von Verordnungen für die Verwaltung, dann die Entfernung der Missliebigen aus Film und Kunst, anschließend ihre Deportation und Vernichtung.

Und spätestens nach dem gewonnenen Frankreichfeldzug wäre es für Reichskanzler und Feldherr Hitler kein Problem gewesen, eine Volksabstimmung zu inszenieren, welche das Ergebnis Judenbeseitigung zum Ziel gehabt hätte. Auch bei einer freien und geheimen Wahl hätte damals das verhetzte deutsche Lumpenpack in friedlicher Eintracht mit einem Großteil der Akademiker für die Entjudung Deutschlands gestimmt.

Sollten sich einige Leser über diesen Vergleich echauffieren wollen, bleibt ihnen dies unbenommen. Ich jedenfalls habe die Tatsachen der von allen beobachtbaren Prozesse heutiger politischer Willensbildung nicht zu verantworten. Nach der medialen Propaganda kommt die Meinungsumfrage, dann die Statistik, danach der ordnungspolitische Ruf, es folgt das Gesetz, sodann seine unbarmherzige Exekution.

In den besetzten Ländern Europas fiel damals die importierte Radikalität der Entjudung mehrheitlich auf lange kultivierten antisemitischen Boden. (Das angeblich neutrale Schweden internierte zum Beispiel etwa 8.000 schwedische Juden, um sie im Falle eines deutschen Einmarsches an die SS übergeben zu können.) Auch heute übertreffen sich die europäischen Staaten geradezu in der Radikalität, gilt es Raucher auszugrenzen, zu diffamieren und als Volksschädlinge zu brandmarken. Die ausgezeichnete Idee der »Freihandelsunion« ist auf dem besten Weg, zur Diktatur von Triebtätern zu verkommen, die nach stalinistischen Prinzipien das multikulturelle Europa zum Einheitsstaat umformen. Kurz: Es entsteht  langsam, aber sicher ein Gulag, der sich letztendlich von dem sibirischen nur dadurch unterscheiden wird, dass ein generelles Rauchverbot herrscht.

Mehrheiten und Volksmeinungen sind grundsätzlich manipulierbar. Das Volk würde heute auch mehrheitlich dafür stimmen, transportierte man medial geschickt, dass z. B. Homosexuelle an öffentlichen Orten ihre sexuelle Disposition nicht zeigen dürfen. Immerhin: Wird eine Tunte von einem Mann in der Öffentlichkeit geküsst, ist dies (umrahmt mit der entsprechenden Medienberichterstattung) für unsere Kinder mindestens genauso verderblich wie eine rauchende Prostituierte am Straßenrand.

Das sich gesund entwickelnde Kind ist es nämlich gewohnt, dass der nichtrauchende Herr Papa der nichtrauchenden Frau Mama im Suff auf ihr dummes Maul schlägt. Das ist dann das weitgehend ignorierte Passivtrinken, welches natürlich nie thematisiert wird.

Irgendwelche Schweinereien könnten unsere lieben Kinder analog eines Rauchschwadens  bereits mit wenigen Augenblicken zeitlebens schädigen. Und selbstverständlich gäbe es repräsentative Umfragen und entsprechende wissenschaftliche Analysen und Statistiken ausgesuchter korrupter Halunken, die sich Wissenschaftler oder Experten nennen.

Doch derzeit stehen Schwule unter dem besonderen Schutz des Staates. Folgendes soll dabei unter den Tisch fallen: Bis ins Jahr 1973 verfolgte derselbe »Rechtsstaat« diese Menschen noch mit den 1935 verschärften Gesetzen der Nationalsozialisten. Naturgemäß mit der entsprechenden Stringenz, welche bei der Verfolgung opferloser Straftaten die Regel sind. Vielleicht wird manchem Systemtrottel bei dieser historischen Sachlage bewusst, dass das Wort »Rechtsstaat« mit dem Wort »Willkürherrschaft« schadlos substituierbar ist. Es ist entweder moralisch gerechtfertigt, Homosexuelle zu bekämpfen (z. B. weil sie die Selbstbestimmung anderer Personen beeinträchtigen), oder es ist nicht zu rechtfertigen, weil es keine Opfer gibt. Das eine ist deshalb Willkür (natürlich auch in der Strafzumessung), das andere gerechtfertigte moralische Achtung der Person und ihrer sexuellen Ausrichtung. (Über die moralische Rechtfertigungssystematik verweise ich auf meine Ausführungen, hier.)

Hätte man nur geringfügig mehr Erinnerungsvermögen als eine Eintagsfliege, könnte man auch wissen, dass derselbe »Rechtsstaat« noch bis 1977 eine Erwerbstätigkeit der Frau von der Zustimmung des Ehegatten abhängig machte (§ 1536 BGB). Auch das war Willkür.

Zurück zum sogenannten Nichtraucherschutz: Die Legitimation der Schädlingsbekämpfung auf bayerische Art hat zusätzlich noch einen besonderen Geschmack. Die Protagonisten der Volksabstimmung argumentierten mit Ordnung. Die damalige Regelung wäre verwirrend und ein generelles Rauchverbot sorge für Klarheit.

Was für eine Klarheit denn? Wenn Leute sich für Klarheit und Verständlichkeiten einsetzen wollen, sollten sie mal die ersten 19 Artikel des Grundgesetzes lesen. Da ist noch Ruhe in der matschigen Birne. Ich der Bürger und mein Grundgesetz. Lachhaft! Aber die richtige »Klarheit« kommt, wenn man dann sämtliche Nebengesetze ausfindig machen will, mit denen die Grundrechte eingeschränkt werden. Natürlich nicht nur deren Titel lesen, sondern es gilt, deren Inhalt zu verstehen, zu differenzieren und vorzutragen. (Zur Legitimation des Staates verweise ich auf meine Ausführungen über Art. 20 des Grundgesetzes, hier.)

Da würde das Volk aber staunen, wenn es wüsste, wie fragil z. B. die Meinungsfreiheit ist, wie verletzlich die Wohnung, wie eng die Freizügigkeit ausgelegt wird usw. Nur die Würde des Menschen ist natürlich unantastbar, solange der Bürger nicht unschuldig verdächtig wird und ein Sonderkommando der Polizei oder der Steuerfahndung ihm früh um sechs klarmacht, wo vorne zu sein hat. Versteht sich von selbst, dass man zuvor das Telefon abhörte und vielleicht noch eine rechtsstaatlich legitimierte Wanze unters Ehebett montierte.

 

»Das Lumpenpack hatte zu jeder Zeit seine nützlichen Idioten.«

 

Die meisten Deutschen jüdischen Glaubens nahmen die markigen Sprüche nach Sicherheit, Sauberkeit und Ordnung 1933 nicht ernst. Die meisten Raucher, sowie diejenigen Menschen, die für ein friedliches Nebeneinander in der Gesellschaft plädieren, anstatt für Verbote und Schädlingsbekämpfung einzutreten, haben die »Spinner« in Bayern ebenfalls nicht ernst genommen. (Meine Freunde fuhren irgendwo in Österreich Ski.) Nun wissen sie es besser.

Die Plebs schützt jetzt die Kinder vor dem Passivrauchen im Münchner Jazz-Club, in der Nachtbar und im Bierkeller. Toll! Und das alles in trauter Eintracht mit den Medienschaffenden, denen fast durchweg vorzuwerfen ist, dass sie die Öffentlichkeit über die fragwürdige Statistik, auf der diese Hetze basierte, nicht aufgeklärt hatten. Das Lumpenpack hatte zu jeder Zeit seine nützlichen Idioten.

*

Lesen Sie hier Teil 2: Volksschädling Raucher: Wer länger lebt, wird ausradiert. Im Krieg gegen die Raucher geht es nicht um den Schutz unbeteiligter Personen vor Tabakrauch, sondern um die Vernichtung der rauchenden Personen und ihre Kultur. Ziel ist eine »giftfreie«, politisch korrekte Kloake, indem die dressierten Untertanen nach dem Willen der Machthaber funktionieren.


 

 
Erstellt am 15.06.2013. zuletzt aktualisiert 09.05.2015 Alle Rechte vorbehalten.  
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